1.
Preis
Christian Datz, Architekt Mainz Claudius Grothe, Landschaftsdarchitekt, Frankfurt Bewertung des Preisgerichtes: Konzeption
Programm
Funktion
Umwelt
Gestaltung
Freiräume
Verkehr
Wirtschaftlichkeit
Der relativ hohe Verkehrsflächenanteil liegt wohl an dem eher ehrlichen Stellplatznachweis. Eine abschnittweise Realisierung scheint ohne größere Beeinträchtigungen möglich zu sein. Zusammenfassende Würdigung
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2.
Preis
Gordan Dubovic, Architekt, und Heike Henrich, Architektin, Darmstadt Jutta Wippermann, Landschaftsarchitektin, Darmstadt Bewertung des Preisgerichtes: Die Verfasser setzen sich intensiv und eigenständig mit der Aufgabenstellung auseinander und entwickeln sowohl in räumlicher, wie auch strategischer Hinsicht ein interessantes, starkes Konzept, das in Plänen und Modell abstrakt dargestellt wird. Bei näherer Beschäftigung mit dem Entwurf wird deutlich, dass sich die Verfasser sehr gründlich und auch pragmatisch auf die örtlichen Gegebenheiten einlassen. Durch Überlagerung und Verschneidung der vorhandenen, durch polygonale Richtungswechsel gekennzeichnete Ost-West-Grünzüge mit einem konsequent orthogonal ausgerichteten Ordnungssystem entsteht ein “robuster Grüngewebe” für unterschiedlich zu nutzende und zu gestaltende Freiräume und Baufelder, in denen im Osten folgerichtig Wohn- und Mischnutzung, im Westen Misch- und Gewerbefunktionen ihre Priorität haben. Rückgrat dieses Raumsystems
ist ein durchgehender, nord-südausgerichteter Grünzug, der in
seiner Funktion als Bürgerpark nachvollziehbar ist, und in dem vorhandene
Gebäude, z.B. die Kapelle wie selbstverständlich integriert und
mit ihren öffentlichen Nutzungen zu identitätsstiftenden Elementen
des öffentlichen Raums werden.
In dem aufgezeigten und abstrakt dargestellten Raumsystem kommen die Bebauungs- und Vegetationstypologien nicht über schematische Andeutungen und Chiffren hinaus. Die Aussagen zur Umsetzung können zur Konzeptionell, als gestalterische Absichtserklärungen gelesen werden. Das ist sicherlich ein Defizit des Entwurfs. Andererseits ist festzustellen, dass das Konzept trotz oder wegen seiner starken strukturellen Prinzipien auch ein hohes Maß an Veränderbarkeit aufweist. Entsprechend ist auch das Erschließungssystem flexibel. Mit seinen Breiten Baumalleen und schmalen Anliegerstraßen ist es hierarchisch organisiert, hat allerdings ein einigen Punkten keine günstigen Anschlüsse an das übergeordnete Straßennetz. Auch die konzeptionell richtige Lage der ÖPNV-Linien löst die Anschlüsse zu den Nachbargebieten, insbesondere zum Westfriedhof, nur unzureichend. Der Entwurf läßt sich durch seinen Bezug auf bestehende Feldstrukturen, Berücksichtigung von Vegetationsbestand, sowie topographisch-morphologische Strukturen in Abschnitten realisieren, ohne fragmenthaft zu wirken. Wirtschaftlich liegt er unter dem Mittelwert, hat aber aufgrund seiner Variabilität Reserven für eine Verdichtung. Wenn auch in einigen Punkten ein Nachbesserungs- und Präzisierungsbedarf besteht, zeichnet sich der Beitrag durch sein stabiles System von Schwerpunktverteilungen, Freiräumen und Baufeldern aus, in dem heute noch nicht absehbare oder zwingend festzulegende Funktionen, sowie Bau- und Nutzungstypologien zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden können. Es ist ein strenges weitsichtiges Konzept, das aufgrund seiner flexiblen Handhabung und Interpretationsfähigkeit den Forderungen eines nachhaltigen Städtebaus und damit dem Kern der Aufgabenstellung gerecht wird. |
3.
Preis
Anke Bauser, Architektin und Stefan Blume, Architekt, München Katja Aufermann, Landschaftsarchitektin, München Bewertung des Preisgerichtes: Der Entwurf zeigt eine relativ klare Grundordnung, die im Modell deutlicher hervortritt als in den Plänen. Konzeptbestimmend ist der nord-süd-ausgerichtete Freiraum mit den sich kreuzenden Ost-West-Grünzügen. Bestehende Vegetationsstrukturen bleiben erhalten. sowohl als offener Wiesenraum als auch als verdichteter Hain im nord-südgerichteten Grünzug. Die grünen Freiräume gliedern das Stadtgebiet in vier Quartiere. Im Osten arrondieren die neuen Wohnquartiere die vorhandenen Stadtgebiete Pfersees. Im Westen bilden vorwiegend gewerblich genutzte Quartiere den Rand zur B 17. Positiv ist, dass die Verfasser versuchen, im Bereich der Bürgermeister-Bohl-Straße mit vorhandenen künftig öffentlich genutzten Gebäuden, ergänzenden Dienstleistungseinrichtungen und einem Hotel ebenso mit der Tramhaltestelle, dem neuen Stadtteil einen Schwerpunkt zu geben, der jedoch nur funktional formuliert wird, räumlich dagegen unzureichend ist. Zudem muß die Realisierung der diesen Bereich stärkenden und für die Zentrumsbildung erforderlichen Bausteine im Augenblick infrage gestellt werden. Während gemischt genutzte Baufelder zum mittigen Freiraum einen deutlichen Rand ausbilden, weisen die flächig strukturierten Wohngebiete keine räumliche Differenzierung auf. Ihre Typologien werden auch bedingt durch das engmaschige Erschließungsnetz konventionell und stereotyp vorgetragen. Die konsequente Nord-Süd-Anordnung ist jedoch im Hinblick auf eine passive Energienutzung günstig. Die Binnenerschließung der vier Stadtquartiere weist klare Merkmale auf. Die Verkehrsvernetzung mit Alt-Pfersee ist gegeben, nach Westen ist sie unzureichend. Die Haltestelle Stadtberger Straße ist allerdings zu weit vom Westfriedhof abgerückt. Der Entwurf kann in Abschnitten realisiert werden. Wirtschaftlich liegt er im oberen Bereich. In der Funktionsverteilung dominiert der gewerbliche Teil gegenüber dem Wohnen. Zusammenfassend handelt es sich um ein für die weitere Entwicklung des westlichen Stadtgebietes tragfähiges Konzept, dessen räumlich-typologische Qualitäten sich erst über das Modell anschaulich und atmosphärisch vermitteln. |