wir haben uns mit dem bisher
vorgesehenen Umgriff des Untersuchungsgebietes zum Sanierungsgebiet
„Stadtteilzentrum Pfersee“
beschäftigt und möchten dazu, in einem ersten Schritt, einige
Ergänzungen und Hinweise auf Interessenslagen vor Ort geben, die im
Verfahren möglichst Berücksichtigung finden sollten.
Mit unseren Anregungen folgen wir dabei dem Umgriff des Untersuchungsgebietes von Westen nach Osten.
Kreuzung Stadtberger Straße/Deutschenbaurstraße
Wir regen an das Untersuchungsgebiet
auszuweiten bis zur Einmündung der Pater-Roth-Straße, da gerade
der Einmündungsbereich der Deutschenbaurstraße städtebaulichen
Sanierungsbedarf aufweist.
Stadtberger Straße/Bgm.-Bohl-Straße
Die westliche Randbebauung
des „Schlössle-Parks“ mit ihrer Auffahrt-ähnlichen Eingangssituation
definiert zusammen mit dem Riegel der Straßenbahnhaltestelle „Bgm.-Bohl-Straße“
regelrecht ein West-End. Wesentliches Augenmerk wäre für uns
darauf zu richten 1. den Park auch von Westen zugänglich zu machen
und 2. die Randbebauung mit Durchlässen zu versehen. Die Haltestelle
könnte z.B. auch über´s Eck in der Fröbelstraße
situiert und der Park wieder auf seine frühere Abmessung ergänzt
werden. Für die Haltestelle in Mittellage wurde der Park damals deutlich
beschnitten. Da im Baublock zwischen Bgm.-Bohl-Straße und der Straße
„Hinter den Gärten“ versprengte gewerbliche Einheiten zu finden sind,
wäre bei evtl. Absiedelung auch eine spürbare Öffnung in
Richtung Sheridan-Kaserne und zur vorgesehenen Entwicklungsfläche
vorstellbar.
Schlössle-Park
Die zentrale Grünfläche
weist einige strukturelle Defizite auf, die mit in das Sanierungsprogramm
einfließen sollten. Insbesondere der Zugangsbereich um Bürger-
und Jugendhaus ist dringend zu überarbeiten. Zusätzlich wäre
auch ein direkter Zugang von Süden in Verlängerung der Egelseestraße
und nach Norden mit Verbindung zur Koboldstraße anzustreben. – Der
Schulweg zur Spicherer Schule drückt sich an der unseligerweise ent-standenen
Angerbebauung entlang. Der schmale Fußweg hat in der, für Straßenbahnführer
am wenigsten ein-sehbaren Kurve, die einzige durchlässige Stelle nach
Süden, da hier die Feuerwehreinfahrt für die vorg. Be-bauung
situiert ist.
Leitershofer-/Färber-
und Brunnenbachstraße
Wir schlagen vor den Untersuchungsbereich
hier bis zur Färberstraße auszudehnen, da in diesem Baublock
der älteste originale Baubestand Pfersees erhalten ist. Wir weisen
darauf hin, dass im Rahmen einer Konzeption zur Verkehrsberuhigung Pfersees
gerade im Bereich der Brunnenbachstraße bereits sehr tragfähige
Lösungen zur stadtverträglichen Organisation des derzeit ungeschlacht
wuchernden Straßenraums angedacht wurden. In diesem Berich ist eine
Fußwegverbindung von der Euringerstraße über den sträflich
vernachlässigten öff. Spielplatz und den rückwärtigen
Bereich von St. Paul zur Sigmundstraße genauso zu the-matisieren
wie eine radfahrertaugliche Verbindung von der Leitershofer Straße
zur Spicherer Straße. Letztere
Achse ist bisher nur in
Nord-Süd-Richtung befahrbar, aber auch hierfür wurde eine taugliche
Lösung vom Tiefbauamt bereits skizziert.
Elsässer Straße/Kurhausstraße
Die Elsässer Straße
sollte ebenfalls in das Sanierungsgebiet einbezogen werden, da die verkehrliche
Situation vor der mit Abstand größten Kindertagesstätte
Pfersees dringend einer Neuordnung bedarf. Zusätzlich besteht in der
Kurhausstraße städtebaulicher Sanierungsbedarf, insbesondere
auf deren Ostseite. – Die rückwärtigen Parkierungsflächen
bis zu Sport-Rössle waren früher zum Großteil Biergärten.
Franz-Kobinger-Straße/Kirchbergstraße
Auch hier ist der Umgriff
des Untersuchungsbereiches und des Sanierungsgebietes zu erweitern. Die
alte Post, als Musterbeispiel profaner Architektur muss in das Ensemble
um die Herz-Jesu-Kirche eingebunden werden. – Der BBP zur ehem. Spinnerei
und Weberei Pfersee sieht bereits eine Fußwegverbindung über
das Postgelän-de vor, die in Vergessenheit zu geraten droht. Zudem
ist eine Radverbindung in die Kirchbergstraße zu schaf-fen, mindestens
bis zur Kazböck-, besser bis zur Leonhard-Hausmann-Straße mit
Anbindung an die geplante Grünachse über das „Dierig-Gelände“.
Auch hier bestehen zu einer Radachse entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße
Projektstudien des Tiefbauamtes.
Mühlbach
Wir regen an den Untersuchungsbereich
bis zur Kazböckstraße zu erweitern und den Verlauf des Mühlbachs
in das Sanierungsgebiet zu übernehmen. Die Bebauung des früheren
„Bemberg“-Areals wurde leider ohne brauchbare Wegeverbindung entlang des
Mühlbaches ermöglicht. Die mit Qualität entwickelte Grünachse
über das Gelände der ehem. „SWP“ – geplant ist auch die Durchbindung
bis zur Adlhoch-Straße – verlangt nach einer Vernetzung in nördlicher
Richtung. Bis zur Orleansstraße ist dies nur über eine Teilüberbauung
des Mühl-baches möglich – vgl. Konstruktion unter Wertachbrücke
in Oberhausen.
Eberle-/Körnerstraße
Eberle- und Körnerstraße
müssen für Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen benutzbar werden.
Die Körnerstraße
muss bis zum Abzweig in Richtung Wertach auch mit der westlichen Randbebauung
einbezo-gen werden. Gerade der Umgriff der ehem. Spinnerei-Gaststätte
weist bereits wieder akute Mißstände auf.
Hessenbach-/Lutzstraße
Sehr positiv registrieren
wir die Einbeziehung des gesamten Quartiers von der Eberle- bis zur Hessenbach-straße.
Leider ergibt die Planung zur Luitpoldbrücke bisher keinerlei Hinweise,
wie die mutwillig zerstörte mar-kante Torsituation zu Beginn der Augsburger
Straße adäquat saniert werden soll. Wir regen daher auch für
die Achse Hessenbach-/Lutzstraße die Erweiterung des Sanierungsgebietes
um die östliche Straßenseite an.
Radverkehr und Fußwegeverbindungen
– eine Anmerkung
Wir haben uns intensiv bemüht
für das Stadtteilzentrum Pfersees die Einstufung zum Sanierungsgebiet
zu erreichen, da uns neben einer erhofften Steigerung der Aufenthaltsqualität
gerade die Stärkung des Einzelhandelsstandortes wichtig ist. Die bisherige
Verkehrsplanung trug aber weder Fußgängerbelangen Rechnung noch
wurde ansatzweise ein Radwegenetz entwickelt. Die zentrale Achse Augsburger
Straße ist für das umwegeempfindliche Verkehrsmittel Fahrrad
an kaum einer Stelle durchgängig von Pfersee-Süd nach Pfersee-Nord,
oder umgekehrt, zu kreuzen. Auf derselben Achse in beiden Richtungen zu
fahren ist bisher nur auf den Stadtteiltangenten Hessenbach-/Lutzstraße
und Stadtberger Straße/Bgm.-Bohl-Straße möglich. Dabei
verfügt Pfersee über eine ideale Topographie und Abmessung für
Radler. Zudem sind Radler mit vergleichbar eingeengtem Aktionsradius standorttreue
Idealkunden für die ansässige Einzelhändlerzunft.
Parkierung
Als begleitende Maßnahme
zu Sanierungsgebiet und BBP Augsburger Straße halten wir ein umgreifendes
Parkierungskonzept für unumgänglich. Wir weisen auch auf eine
seit Jahren gegebene Beschlußlage hin, die auch in den Stadtteilen
Parkraumbewirtschaftung vorsieht. In ein solches Konzept muss auch der
enorme Be-stand an Kundenparkplätzen offensiv eingebunden werden.
Bei einer Begehung entlang der Augsburger Straße haben wir über
160 Kundenstellplätze in den Hinterhöfen, TG´s etc. gezählt
und zusätzlich ca. 60 Stellplätze im öff. Raum ohne jede
zeitliche Beschränkung ermittelt – ein Riesenpotential bei einer erwartbaren
Frequenz von 4 – 5 Nutzern täglich.