Nach diesem Motto entwickelt die Bauverwaltung den Bebauungsplan zur Dierig-Freifläche und weiß sich dabei offensichtlich bereits einer Stadtratsmehrheit sicher!
Zur Erinnerung: Die Dierig-Freifläche in Pfersee-Nord ist die einzige Grünfläche in einem äußerst dicht bebauten Bereich. Mit Sportplatz und Kleingärten erfüllt sie wichtige Erholungsfunktionen, für Jugendliche und Kinder gibt es Möglichkeiten zum sportlichen Ausgleich.
Nach den Plänen der Bauverwaltung, die den Wünschen des Investors entsprechen, wird das Gelände zerstückelt, öffentliche Restflächen haben durch ihre Lage stark privaten Charakter und lassen z. B. einen Jugendspielplatz nicht mehr zu. Der Besitzer erhält Baurecht und deutlichen Wertzuwachs, Pfersee verliert eine Freifläche mit vielen, über Jahrzehnte bewährten Funktionen.
Zum 20jährigen Bestehen zeigt die BÜRGERAKTION PFERSEE „SCHLÖSSLE“ e.V. vom 08. bis 24. Oktober in der Geschäftsstelle Pfersee-Mitte der Stadtsparkasse Augsburg die Ausstellung „20 Jahre und noch kein bisschen leise“. Sie möchte damit auf ihre Aktivitäten hinweisen. Bereits zum 10jährigen Jubiläum hatte sich die BÜRGERAKTION mit der Ausstellung „10 Jahre in Pfersee - für Pfersee“ der Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Während bei der ersten Ausstellung die Ereignisse der Jahre 1982 bis 1992 auf elf Schautafeln streng chronologisch dargestellt wurde, wird bei der neuen Ausstellung ein abweichendes Konzept verfolgt. Es stehen die Schwerpunkte und die in den zwanzig Jahren erzielten Erfolge der BÜRGERAKTION im Vordergrund. Wem allerdings mehr an der Chronologie gelegen ist, für den haben die Pferseer ihr Wirken in einer ebenfalls zum Jubiläum erschienen Broschüre zusammengefasst, welche die Ereignisse der Jahre 1992 bis 2002 in zeitlicher Ordnung wiedergibt.
So stellt die von den Vorstandsmitgliedern Bernhard Kammerer, Wolfgang Konrad und Dr. Peter Seyboth konzipierte Ausstellung zunächst die Ziele der BÜRGERAKTION vor. Einen Rückblick auf erste Aktivitäten gibt die Tafel „Schlössle und „Bürgerhaus“, während das Thema „Pfersee ändert sein Gesicht“ den Umbau des ehemaligen Industriestandortes in ein zentrumnahes Wohn- und Geschäftsquartier behandelt.
Mit einem symboträchtigen Spaten wird auf den Dauerbrenner Pferseer Unterführung, der „Kohlenrutsche nach Pfersee“, aufmerksam gemacht, wobei ganz aktuell die jüngst wieder ins Gespräch gekommene „Mittellösung“ der „Nordlösung“ gegenübergestellt wird.
Nicht minder aktuell werden die Themen „Augsburger Straße“, von den Ausstellungsmachern als „Pferseer Herzstück“ bezeichnet, und die Konversionsflächen „Im Westen viel Neues“ vorgestellt. Anhand eines großartigen Luftbildes lassen sich hier die Planungen verfolgen.
Auch ihr Zollhäuschen, mit dem sie regelmäßig auf Informationstour im Stadtteil unterwegs ist, hat die BÜRGERAKTION aufgebaut. Während mit zwei kleineren Schautafeln die „Information“ der Initiative vorgestellt wird, haben die Ausstellungsbesucher auf dem aufgestellten PC Gelegenheit, die Homepage der BÜRGERAKTION www.pfersee.de aufzusuchen.
Dass über die Beschäftigung mit kommunalpolitischen Themen das Feiern nicht zu kurz kommt, wird mit der Tafel „Kultur und Feste“ dokumentiert. „Blick über den Zaun“ zeigt, was die Mitglieder der BÜRGERAKTION auf ihren Exkursionen in andere Städte gesehen und als Idee nach Pfersee mitgebracht haben.
Bei „Vision und Beharrlichkeit“ zeigen die Pferseer anhand eines großen Luftbildes, was in der Vergangenheit erreicht wurde, welche Brennpunkte im Stadtteil noch bestehen und wohin nach ihrer Meinung die Entwicklung Pfersees gehen muss.
Die gesamte Ausstellung will deutlich machen, dass sich die BÜRGERAKTION PFERSEE in den zwanzig Jahren ihres Bestehens durch eine große Beharrlichkeit ausgezeichnet hat, dass sie aber auch immer wieder Visionen zur Zukunft des Stadtteils Pfersee entwickelt hat. Gleichzeitig lädt sie die Bewohner des Stadtteils ein, sich für die Zukunft ihres Umfeldes zu engagieren.
Die
derzeitige Umleitung des Verkehrs in Pfersee macht deutlich, dass in
der
Eberlestraße seit vielen Jahren unhaltbare Zustände bestehen
und die Anwohner damit allein gelassen werden.
Dabei
gibt es seit 1993 für verschiedene Straßen in Pfersee einen
einstimmigen Stadtratsbeschluss zur Verkehrsberuhigung, in den auch die
Eberlestraße einbezogen ist.
Seit
1997 hat die Verwaltung konkrete Maßnahmen erarbeitet, die mit
der
Bevölkerung abgestimmt sind.
Während
in einigen Straßen Beruhigungsmaßnahmen erfolgt sind,
geschieht
in der Eberlestraße nichts! Als Gründe werden immer wieder
fehlende
Finanzmittel angeführt. In der gleichen Zeit war es möglich,
für die völlig überdimensionierte neue
Luitpoldbrücke,
zu den ursprünglichen Kostenschätzungen noch etliche
Millionen
Euro städtische Mittel aufzutreiben anstatt die Planung zu
reduzieren.
Im
Vergleich zur Verschwendung beim Brückenbau, handelt es sich bei
den
wenigen tausend Euro um völlig marginale Beträge, die in der
Eberlestraße für längst versprochene Verbesserungen bei
Schulwegsicherheit und Lebensqualität ausgeben werden müssen.
Die Anwohner der Eberlestraße haben durch die Entwicklung in den
letzten Jahren genug gelitten und Pfersee-Nord braucht endlich eine
beruhigte
und sicher überquerbare Eberlestraße.
Die BÜRGERAKTION fordert die Stadt Augsburg auf, die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Eberlestraße sofort zu realisieren. Nur dadurch lassen sich unerträglichen Verkehrsverhältnisse in dieser Straße so gestalten, dass die Anlieger damit leben können und ein Mindestmaß an Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer gewährleistet ist.
Die Bürger der neuen Wohngebiete an der Ackermannstraße sind die Leidtragenden, wenn Investoren den Hals nicht voll bekommen können und immer größere und umfänglichere Einzelhandelsflächen fordern. Es ist höchste Zeit, dass die Bewohner dieses Gebietes endlich eine Nahversorgung bekommen, aber dabei geht es um „kleine Brötchen“ und nicht um riesige Fachmärkte, wie sie vom Investor vorgesehen waren.
Die Bürgeraktion Pfersee begrüßt es sehr, dass die Stadt endlich einmal auch wirklich zu ihren eigenen Beschlüssen steht und für das „Supply Center“ an der Ackermannstraße keine Ausweitung der ohnehin schon üppigen Einzelhandelsflächen zulässt. Alles andere wäre auch ein krasser Widerspruch zu gültigen, vom Stadtrat beschlossenen Vorgaben wie etwa dem städtischen Einzelhandelskonzept oder dem Konzept zur Zentrenstärkung. Beide sollen verhindern, dass Stadtteilzentren oder gar die Innenstadt durch großflächige Bauten am Stadtrand ausbluten – wie groß diese Gefahr ist, zeigt die Tatsache, dass mit Kröll & Nill und Attinger zwei weitere Fachgeschäfte aus der Innenstadt verschwinden. Die Sanierungsziele wären von vornherein zum Scheitern verurteilt, wenn die Stadt ihre Verantwortung kurzfristigen Verwertungsinteressen unterordnen würde. Nicht umsonst wird die Augsburger Straße als Sanierungsgebiet ausgewiesen.
Mit der guten Nachricht, dass die Bürgerstiftung Augsburg, an der sich auch die BÜRGERAKTION PFERSEE „SCHLÖSSLE“ e.V. beteiligt, bald ihr Ziel von 100 Spendern erreicht haben wird, beendet die Bürgeraktion ihren Jahresbericht 2001, der in diesen Tagen herausgekommen ist. Ansonsten geht die Bürgeraktion durchaus kritisch mit den städtischen Planungen rund um Pfersee ins Gericht: Umgestaltung der Augsburger Straße, Neubau der Luitpoldbrücke, Erweiterung der Pferseer Unterführung, Bürgerwerkstatt Sheridan-Kaserne und zukünftige Nutzung des Dierig-Geländes heißen die Themen, die zum Teil schon jahrelang die Pferseer beschäftigen.
Letztendlich bietet das straff gestaltete Heftchen, in dem die Pferseer nicht nur Kritik, sondern durchaus konstruktive Informationen bieten, wieder eine interessante Chronik über die Geschehnisse des letzten Jahres in dem westlichen Stadtteil.
Wie immer steht im Mittelpunkt der Chronik ein Reisebericht: Dieses Mal haben sich die Pferseer Konversionsflächen in Tübingen angesehen und berichten über die dort gemachten Erfahrungen. Aber auch als Detektive haben sich die Pferseer betätigt, fanden sie nach langen Recherchen heraus, dass das Relief einer Spinnerin, das jahrelang die Wand am Pförtnerhäuschen der Spinnerei und Weberei geschmückt hatte und jetzt von einer dicken Putzschicht verdeckt wird, seinerzeit von Professor Otto Schmitt geschaffen wurde. Der Künstler Otto Schmitt ist durch die Fassadengestaltung des Weberhauses am Moritzplatz zumindest den älteren Augsburgern bestens bekannt.
Darüberhinhaus zeigt die Chronik, dass die Bürgeraktion, die demnächst ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern kann, auch im Stadtteil fest verwurzelt ist: So berichtet die Chronik über die erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Pferseer Vereine und nicht zuletzt über die Sorgen, wie es mit dem Bürgerhaus Pfersee weitergehen soll, wenn diesem die Zuschüsse von Seiten der Stadt immer mehr gekürzt werden.
„Arbeiten am Fitness-Park“ -
das Dierig-Gelände braucht VisionenBürgeraktion Pfersee informiert am Samstag über aktuelle Planungen –
Vorentwurf zum Bebauungsplan sieht Absiedelung des Sportplatzes vor
Wer die Chancen nutzen will, die das Dierig-Gelände in Pfersee-Nord birgt, muss Visionen entwickeln. Das Gelände mit seinen Sport- und Grünflächen ist so groß, dass hier sowohl ein Bürgerpark mit großzügigen Freizeitmöglichkeiten als auch ein attraktives Gewerbegebiet entstehen können. Beide Teile könnten voneinander profitieren – in anderen Städten werden Gewerbegebiete bewusst mit Spielflächen geplant, um auch den Beschäftigten attraktive Erholungsflächen zu bieten. „Arbeiten beim Fitnesspark“ könnte hier ein Schlagwort sein. Eine Verdichtung im Bereich der bestehenden Gewerbeflächen könnte so gut begründet werden. Nach den Visionen können dann verschiedene Optionen entwickelt und gegeneinander abgewogen werden.
Das Beispiel der Bürgerwerkstatt Sheridan-Kaserne zeigt, dass sich ein solcher Prozess zügig nur mit den Bürgern an runden Tischen oder in moderierten Arbeitskreisen entwickeln lässt. Dieses Vorgehen macht neue Blickwinkel möglich und reduziert gleichzeitig die Konflikte, was bei der Vermarktung sehr hilfreich ist. Andere Gelände im Herzen von Pfersee zeigen eindrucksvoll, welche Risiken in Entwicklungen stecken, die gegen die Bürger durchgedrückt werden.
Wegen seiner enormen Chancen und Risiken für die Weiterentwicklung eines ganzen Stadtbezirks darf über das Dierig-Gelände nicht nur am Schreibtisch entschieden werden. Der jetzt gewählte Planungsansatz führt zu Lösungen, die nicht tragfähig sind und bei denen es letztlich nur Verlierer geben wird. Es muss zu einer Diskussion kommen, die fachlich und mit der Möglichkeit zum Entwickeln von Visionen geführt wird. Nur so kann sich das Potenzial des Geländes für alle Beteiligten, also auch für die Bürger, die mit den verwirklichten Lösungen leben müssen, entfalten.
Die Bürgeraktion Pfersee wird am Samstag, 2. Februar, zwischen 10 und 12 Uhr vor dem Kaufhaus Konrad über die anstehenden Planungen informieren.1000 Unterschriften
1000 Unterstützer für die Umgestaltung des Pferseer Stadtteilzentrums hat die Unterschriftenaktion von BÜRGERAKTION PFERSEE und ANA im Stadtteil Pfersee gefunden.Mit blankem Unverständnis wird im Stadtteil kommentiert, dass in der Augsburger Straße zwar auf ganzer Länge die Straßenbahngleise ausgetauscht werden müssen, aber die immer wieder versprochene begleitende Neugestaltung auf der Strecke zu bleiben droht.
„Den Pferseer Bürgern werden im Stadtteilzentrum zwar alle Begleiterscheinungen einer Großbaustelle zugemutet, aber die notwendigsten Maßnahmen zur Sicherung des Einzelhandelsstandortes werden wieder auf einen St.-Nimmerleins-Tag verschoben“, so der Sprecher der BÜRGERAKTION Dietmar Egger. „Insbesondere stößt auf, daß die aktive Wirtschaftsförderung im Stadtteilzentrum mit Verweis auf eine klamme Haushaltssituation unterlassen werden soll, während der Neubau der Luitpoldbrücke durch die unsinnige Haltestelle über der Wertach – mittlerweile 11 Mio. € Gesamtkosten - sich immer mehr zum Millionengrab entwickelt“.
Die Unterschriftenaktion wird im Stadtteil noch bis zum 18. Februar fortgeführt. Das markante Schilderhaus der BÜRGERAKTION - vor dem „Kaufhaus Konrad“ - wird dazu auch an den kommenden Wochenenden, jeweils am Freitag Nachmittag und Samstag Vormittag, besetzt sein. Aber auch in ca. 50 Geschäften und Praxen im Pferseer Zentrum liegen die Listen für alle interessierten Mitbürger weiterhin aus.Luitpoldbrücke: Pleiten, Murks und Pannen
Spatenstich als vorläufiger Höhepunkt einer unappetitlichen ChronikAuch wenn die Stadtgewaltigen heute den offiziellen Baubeginn zur Selbstbeweihräucherung nutzen werden besteht für Jubel kein Anlass, eine Demission des Baureferenten würde dem Anlass wesentlich gerechter. Denn seit Bekanntwerden der ersten Planungsabsichten scheint im Baureferat die Devise zu gelten: „Vertuschen, täuschen, verschleiern ...“
Passend zum Beschluss (1996), die Bahnhofspassage in der sog. Nordlage zu verfolgen, wurde die Luitpoldbrücke baufällig. Dabei wurde nie geklärt, ob lediglich die Brücke über die Wertach oder auch die eigenständige und komplett andersartig konstruierte Brücke über den Wertachkanal gefährdet ist.
Zur Erinnerung: Der angeblich beabsichtigte Bahnhofstunnel würde die bestehende ÖPNV-Haltestelle Rosenaustraße nach Osten unter die DB-Gleise verschieben, nur deshalb musste der Brückenneubau zusätzlich eine Haltestelle mitten über der Wertach berücksichtigen. Ohne je die Datengrundlagen offen zu legen wurde für die Neubauplanung zusätzlich ein exorbitanter Verkehrszuwachs eingestellt: Statt der Ist-Belas-tung von ca. 19.000 KFZ-Bewegungen/24 h wurden bereits zum Realisierungs-Wettbewerb 29.820 KFZ vorgegeben, im Bebauungsplanverfahren auf ca. 31.000 KFZ noch einmal erhöht. Erst nachdem der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt hatte wurde vor Ort auch gezählt: die getürkte Prognose wurde auf nur mehr ca. 24.000 KFZ reduziert, die mutwillig aufgeblähten Dimensionen der Brücke aber nie mehr.Februar 2001: Demharter verkündet den Baubeginn für den Folgemonat, der geplante Lokalbahntunnel auf Pferseer Seite wird für die Andienung der Fa. Haindl als unverzichtbar erklärt.
März 2001: Weil für die Tramtrasse die zwingend notwendige Planfeststellung fehlt und die BÜRGERAKTION PFERSEE nachweisen kann, daß die Fa. Haindl sinnvoll nur über die Berliner Allee angedient wird, verschwinden sang- und klanglos erst die vorgesehene Trassenführung der Linie 5 über die Hessenbachstraße und dann der Lokalbahntunnel aus der Planfassung. Dazu müssen Anwohner aber erst einen Rechtsanwalt beiziehen. Auf den Kosten bleiben sie bis heute sitzen.
Juli 2001: Bei der Regierung von Schwaben liegen immer noch keine Zuschussanträge vor.
Oktober 2001: Die verspätete Ausschreibung - erst im September 2001 - erbringt zwangsläufig eine Kostenüberschreitung von 1 Mio. €.
November 2001: Der jeweils prognostizierte Baubeginn für 05/, 07/, 09/ und 10/2001 soll nun Ende November stattfinden. Noch am 5.11. erklärt Tiefbauamtsleiter Liepert Pferseer Einzelhändlern die Aufträge würden am 8.11. vergeben – wohl wissend, dass die Beschlussvorlage wg. ungeklärter Finanzierung der Mehrkosten nicht in den Stadtrat gelangt. Ein Baubeginn ist weiterhin nicht in Sicht, dafür wird ohne Veranlassung der Straßenbahnbetrieb eingestellt.
Dezember 2001: Am 6.12. werden nach haushaltstechnischen Tricksereien die Aufträge vergeben – die Mehrkosten werden einfach auf die Folgejahre verschoben. In der Stadtratssitzung heißt es ab 20.12. soll nun die Baustelle eingerichtet und bis Mai 2003 fertiggestellt werden. Nicht einmal der nur 14 Tage später avisierte Termin wird gehalten, dafür weisen verwaiste Hinweistafeln eine weitere Kostensteigerung von 0,5 Mio. € und eine Fertigstellung erst für August 2003 aus.
Januar 2002: Ausführungspläne liegen weiterhin nicht vor, Radfahrer und Fußgänger werden auf einer gemeinsamen Fläche abgewickelt – weil die Lage der Gullies für nicht mehr diskutabel erklärt wird.Das städtebaulich unverträgliche Bauwerk – quer durchs Landschaftsschutzgebiet - wird, da ohne Zusatznutzen für den ÖPNV, als Straßenbau finanziert. Die erwartbare Förderung von ca. 70% (vgl. Rote-Tor-Umfahrung) statt möglicher 85% bedeutet bei einem Kostenvolumen von 9,5 Mio. € einen Betrag von zusätzlichen 1,5 Mio. € Eigenanteil für die Stadt Augsburg.
Die Planfeststellung zur Linie 5 ist weiterhin nicht eingeleitet, seit Juni 2001 favorisiert die Augsburger CSU eine Trassenführung über die Holzbachstraße. Die Haltestelle, die die zugehörige Tram wahrscheinlich nie zu sehen bekommt wird aber einstweilen gebaut.
Dafür ist das auslösende Projekt Bahnhofstunnel, bis auf ein paar posthume Zuckungen, komplett von der Bildfläche verschwunden, die Ausführung war nie weniger gesichert.Fast schon folgerichtig bei all dem Murks erscheint uns, dass es bisher gelungen ist, für Fußgänger und Radfahrer eine völlig untaugliche Planung sicher zu stellen.
Aber, Hinweis für die Planer: Wenn beide Enden der Brücke nun schon mit „Joghurtbecher“-Verkehrsinseln drapiert werden sollen, weil Radfahrer sonst nicht mehr in die Augsburger- und Pferseer Straße eingeschleust werden können, muß es doch möglich sein, für die überflüssige Haltestelle auch noch eine Nutzung zu finden: All-Wetter-Boccia-Bahn vielleicht oder für heimatlose Wasservögel das Federvieh-Asyl „Zur Entengrütze“.Luitpoldbrücke: Radler rasseln durch den Rost
Allen Beteuerungen von Stadtbaurat Dr. Karl Demharter zum Trotz soll der Neubau der baufälligen Luitpoldbrücke 4-spurig erfolgen, Minimalstanforderungen für Radler bleiben auf der Strecke.Seit Bekanntwerden der ersten Planungen für das aufgeblähte Brückenbauwerk weist die BÜRGERAKTION darauf hin, dass die geplante Variante eine reine Straßenaubaumaßnahme darstellt, die im Endausbau zu einer bequemen Innenumfahrung der hochbelasteten B 17 führt. Und eben solange wird der Stadtbaurat nicht müde zu betonen auf der Brücke sei keinesfalls mit einer Verdoppelung der Fahrbahnen für den motorisierten Verkehr zu rechnen – erstellt werde lediglich in beiden Fahrtrichtungen eine Fahrspur. Die müsse zwar als „überbreite“ berücksichtigt werden, weil wegen der Straßenbahnhaltestelle in Mittellage evtl. havarierte Fahrzeuge von Hilfsdiensten sonst nicht erreicht werden könnten. Ansonsten wäre die Brücke aber ein Meilenstein in der Geschichte der umweltverträglichen Verkehrsmittel.
Die BÜRGERAKTION PFERSEE bemüht sich seit Jahren mit konstruktiven Hinweisen nicht nur mögliche Kosteneinspar-ungen aufzuzeigen, sondern auch eine stadtbildverträgliche Lösung für die Brücke zu erreichen. Wie geplant erreicht die Brücke, mitten im ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet der Wertachaue, mit einem Querschnitt von bis zu 35 Metern spielend die Dimension der 4. Lechbrücke oder der Wertachbrücke für die B 17 in Höhe der Gabelsberger Straße. Aber weder Forderungen auf das Haltestellen-Freilichtmuseum über der Wertach zu verzichten und stattdessen die Fahrgäste erreichbar in der Pferseer Straße zu bedienen noch platzsparende Trassenvarianten wurden jemals untersucht.
Seit Jahren weisen wir auch auf die untragbare Situation für Fußgänger und Radfahrer hin. Zusammen mit dem ADFC haben wir auch nachgewiesen, daß bei Berücksichtigung eines Radfahrstreifens - auf Ebene der sonstigen Fahrbahnen - die Brückenbreite verringert werden kann. Denn diese Radfahr-streifen können als Mehrzweckfläche gelten und im Flächen-bedarf einer sog. überbreiten Fahrspur mit 5,50 m Breite untergebracht werden – da sie im Bedarfsfalle mit der Fahrbahn überfahren werden können. Zusätzlich wäre so u.a. ein Einschleifen der Fahrradfahrer in die Pferseer Straße möglich, während bisherige Planungen die Radler soweit nach Süden abdrängen, daß sie von Pfersee - Fahrtrichtung stadt-einwärts - schon als Rechtsabbieger aus der Perzheimstraße behandelt werden müssen. Aktuell wird, um die Radler nicht aus dem Sattel zu fegen, hier sogar die Errichtung eines Schrammbordes erwogen
Doch selbst die letzte Einsparungsmöglichkeit wird nicht weiter verfolgt. Wie der Stadtbaurat sicher wußte, hat die Regierung von Schwaben vor den Bau den Zuwendungsbescheid gestellt. Alle öffentlichen Verschleierungsversuche (“Mehr als die Hälfte der Brücke für den Umweltverbund“), falsche Verkehrsprognosen und die eigene anderslautende Abwägung dienten,
so wird jetzt deutlich, nur der Abwehr von Bürgereinwendungen zugunsten eines möglichst reibungslosen Bebauungsplanverfahrens: Das Einfallstor in Richtung Innenstadt soll möglichst weit aufgestoßen werden, insbesondere auch für den Schwerlastverkehr von der Bgm.-Ackermann-Straße. Die Regierung von Schwaben fordert im Zuwendungsbescheid 4 Fahrspuren auf der Brücke. Die Stadt beweist Umfällt-Kompetenz und stramm nach dem Motto „Was kümmert uns unser Geschwätz von Gestern“, wird ohne Diskussion am Maximalausbau gebastelt.
Verbesserungen für den Radverkehr sind dafür angeblich nicht mehr möglich. Während es auch für die verspätete – und somit preistreibende - Ausschreibung nicht möglich war, seit Planfassung im März 2001, aktuelle Ausführungspläne zu erstellen, Nachforderungen somit Tür und Tor geöffnet wurden, sind wohl zuallererst bei der Brücke die Standorte der Gullies für die Entwässerung definiert worden.
Würde, so verlautet nun, der Radweg auf das Niveau der Straße abgesenkt, so müsste die komplette Statik der Brücke geändert werden. Die Radler rasseln buchstäblich durch den „Gully“-Rost.Das städtebaulich unverträgliche Monsterbauwerk wird, da ohne Zusatznutzen für den ÖPNV und trotz der liebevollen Titulierungen Demharters, nicht über ÖPNV-Töpfe gespeist, sondern ausschließlich über Straßenbaumittel. Die erwartbare Förderung von ca. 70% (vgl. Rote-Tor-Umfahrung) statt möglicher 85% bedeutet bei einem Kostenvolumen von 18 Mio. DM einen Betrag von zusätzlichen 2,7 Mio. DM Eigenanteil für die Stadt Augsburg.
Unterschriftenaktion in Pfersee
ANA und BÜRGERAKTION protestieren mit Unterschriftenaktion gegen Einstellung der TramDer Baubeginn zum Neubau der angeblich baufälligen Luitpoldbrücke steht nach wie vor nicht fest, die Stadtwerke Verkehrs GmbH sieht dennoch keine Veranlassung ihrer Betriebspflicht nach zu kommen - Pfersee und Stadtbergen werden mit der Straßenbahn einfach nicht mehr angefahren.
Da die Pferseer Bürger die Rolle von Opfern einer systematischen Schlamperei der Stadtwerke Verkehrs GmbH aber nicht akzeptieren wollen starten BÜRGERAKTION und Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Augsburg (ANA) eine gemeinsame Unterschriftenaktion.
ANA und BÜRGERAKTION PFERSEE fordern dabei nicht nur eine unverzügliche Wiederaufnahme eines geregelten Straßenbahn-Betriebes nach Pfersee und Stadtbergen, sondern auch die Umgestaltung des Stadtteilzentrums in einem Zug mit evtl. Bauarbeiten an der Luitpoldbrücke. Die Sanierung der Augsburger Straße wird vom Stadtrat seit Jahren nur geschoben und soll, lt. Stadtbaurat Demharter, im Jahr 2003 wieder nur bruchstückweise und in mehreren unzusammenhängenden Bauabschnitten angegangen werden. Sogar Nachdenken wird verboten, da die zentralen Plätze in Pfersee bisher von den Umbauplanungen ausgeschlossen werden.
Schlamperei bei der VGA
Betrieb der verlängerten Linie 2 zum Klinikum nur möglich, wenn Tram in Pfersee und Stadtbergen eingestellt wirdDie Pferseer sind im Zusammenhang mit Bahnhofstunnel und Luitpoldbrücke an allerhand Kuriositäten bereits gewöhnt, doch auf der nach oben offenen Absurditätsskala sind Steigerungen nach wie vor möglich.
Wegen Baumaßnahmen an der angeblich baufälligen Luitpoldbrücke und maroder Gleise in der Augsburger Straße will die VGA den Trambetrieb nach Pfersee und Stadtbergen ab dem 29.11.01 einstellen. Der Baubeginn steht zwar nach wie vor nicht fest, nichtsdestotrotz sieht die VGA keine Veranlassung den angedrohten Schienenersatzverkehr ebenfalls zu verschieben.
Wie uns jetzt bekannt wurde - aus gutem Grund. Die VGA müssen den Trambetrieb in Pfersee einstellen, um sich für die seit 20 Jahren überfällige Verlängerung der Linie 2, exakt für den 29.11.01 vorgesehen, mit viel Tschingdarassabumm feiern zu lassen.
Der Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Augsburg (ANA) liegen detaillierte Daten zur Betriebsfähigkeit der Straßenbahnen der Serie GT4 vor, die belegen, daß bei gleichzeitigem Betrieb beider Linienäste derzeit nicht ausreichend Straßenbahnen zur Verfügung stünden. Trotz modernster Ausstattung der Werkstätten im neuen Betriebshof an der Baumgartnerstraße wurde versäumt einzelne Züge rechtzeitig instand zu setzen oder zur fälligen Hauptuntersuchung anzumelden.Der Zug mit der Nr. 404 harrt so seit einem Unfall am 6.4.01 einer Reparatur und drei Züge (Nr. 406, 457 und 410) werden exakt zum ursprünglich vorgesehenen Baubeginn der Luitpoldbrücke aus dem Verkehr gezogen.
Die BÜRGERAKTION PFERSEE fordern die Verkehrsbetriebe daher auf, unverzüglich für einen geregelten Straßenbahn-Betrieb nach Pfersee und Stadtbergen zu sorgen. Auch während Bauarbeiten an der Brücke – so sie denn überhaupt noch einmal angegangen werden – kann die Straßenbahn weiter fahren, da nur jeweils halbseitig abgebrochen wird und ständig jeweils ein Gleis im Gegenrichtungsbetrieb bedient werden kann.
Die maroden Gleise in der Augsburger Straße müssen ebenfalls nur bis zum ohnehin vorgesehenen Umbau der Augsburger Straße gesichert werden.In Spitzenzeiten benutzen bis zu 4000 Fahrgäste/h die Straßenbahnen in Pfersee, die Haltestellen Augsburger Straße und Pfersee gehören zu den meist frequentiertesten Haltestellen im Netz der VGA. Die vorgesehenen Busse sind weder hinsichtlich Kapazität noch bezüglich Qualität der ÖPNV-Verbindung in der Lage adäquaten Ersatz zu bieten.
Während die geplante Linie 5 über die Bgm.-Ackermann-Straße korrekterweise mit geringeren Betriebskosten ggü. der Buslinie 32 begründet wird, erscheint es der VGA völlig unerheblich, welche Kosten in Pfersee entstehen. Jede Tram muß durch 3 Busse ersetzt werden – also fallen auch dreifache Personalkosten an.
Der Abschluss der Bauarbeiten an der Luitpoldbrücke war dabei bisher bereits erst für Juli 2003 vorgesehen – der Baubeginn läßt aber auf sich warten. Ganz Pfersee und Stadtbergen werden dennoch bereits vorsorglich ÖPNV-entwöhnt.
Aber auch das passe zum augenblicklichen Erscheinungsbild der Stadt der Umweltkompetenz, so die BÜRGERAKTION.
Stadtrat täuscht engagierte Bürger
Beim Wettbewerb zum Sheridan-Gelände wird das Votum der Bürgerwerkstatt ignoriertFünf Stunden lang haben sich etwa zwei Dutzend engagierte Augsburger bei der Bürgerwerkstatt zur Zukunft der Sheridan-Kaserne mit allen fünf preisgekrönten Wettbewerbsentwürfen auseinandergesetzt. Die Vorgabe lautete klar und deutlich: Alle fünf Pläne sollten von der Bürgerwerkstatt bewertet und mit Empfehlungen zur weiteren Überarbeitung zurückgegeben werden. Doch der Augsburger Stadtrat entschied anders: Nur noch der erste Preisträger soll seinen Entwurf überarbeiten.
Dies ist eine Täuschung der Bürger, die Zeit und Engagement in die Diskussion eingebracht haben und zeigt einmal mehr, wie fahrlässig die Politiker mit dem Bürgerengagement umgehen - zumal weder Kosten noch Zeitdruck bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben.
Wertvolle Anregungen und Ideen werden nun auf Nimmerwiedersehen in der Versenkung verschwinden, und es wird schwer werden, die gleichen Bürger noch einmal fürs Mitplanen und Mitdenken zu gewinnen.
Wir fordern deshalb den Stadtrat auf, der Empfehlung des Stadtteilarbeitskreises Sheridankaserne zu folgen, das Thema nochmals auf die Tagesordnung zu nehmen und die Entscheidung rückgängig zu machen. Ansonsten wächst der Verdacht, dass böser Wille hinter der Entscheidung steckt: frustrierte Bürger mischen sich nicht mehr ein und der Stadtrat kann ungehindert seine eigenen Planungen verfolgen - ohne störendes Bürgervotum.
Luitpoldbrücke: Zu teuer
Baubeginn erneut verschoben – Tram in Pfersee und Stadtbergen wird dennoch eingestelltPünktlich zu Beginn der Närrischen Zeit steuert das Baureferat Stoff frei Haus bei für die Augsburger Büttenredner:
Baureferat und Stadtspitze negieren seit Bekanntwerden der ersten Entwürfe hartnäckigst jede Kritik am Projekt der monströs geplanten „Neuen Luitpoldbrücke“. Der regelmäßig verschobene Baubeginn zur Erneuerung der angeblich baufälligen Wertachbrücke war nun letztlich für Ende November angesagt. Doch statt Aufträge in der Stadtratssitzung am Donnerstag, 8.11.2001, zu vergeben - wie Tiefbauamtsleiter Otto Liepert noch am Montag, den 5.11, bei einer Sitzung der Pferseer Einzelhändler ankündigte - mussten auch bis dato nicht eingeweihte Stadträte erfahren, daß die Ausschreibung deutliche Kostensteigerungen gegenüber bisherigen Ansätzen erbracht hat. Dem Vernehmen nach ist die Bauverwaltung nun auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten.
Für die BÜRGERAKTION PFERSEE hat sich das Planungschaos um die Luitpoldbrücke damit endgültig zum ausgewachsenen Skandal entwickelt. So Ist es bereits ausschließlich dem Engagement Pferseer Bürger zu verdanken, daß der Schildbürgerstreich einer Unterführung für die ein- bis zweimal pro Tag kreuzende Lokalbahn – mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe – verhindert werden konnte. Trotzdem (oder gerade deswegen) verwahrten sich die Stadtgewaltigen bisher aber halsstarrig jedem konstruktiven und sachkundigen Hinweis auf Einsparmöglichkeiten am Brückenbauwerk selbst.
Nach Wortlaut der EU-weiten Ausschreibung im Amtsblatt vom 7.9.01 muß das Ergebnis der Angebotseröffnung dem Baureferat aber bereits seit dem 16.10.2001 bekannt sein. Höchstwahrscheinlich muss jetzt sogar die gesamte Ausschreibung aufgehoben und das komplette Verfahren mit geänderten Unterlagen neu aufgelegt werden. Mit einem Baubeginn ist dann aber frühestens zur Kommunalwahl im März 2001 zu rechnen.
Nichtsdestotrotz sehen die Verkehrsbetriebe Augsburg keine Veranlassung den angedrohten Tramersatzverkehr ebenfalls zu verschieben. Wie wir von Stadtrat Dieter Ferdinand (Grüne) erfahren haben, wurde ihm von Verkehrsbetriebe-Chef Günter Jakob telefonisch bedeutet, daß alle Straßenbahnfahrten ab dem 29. November 2001 nach Pfersee und Stadtbergen eingestellt werden – schließlich sei es so im Fahrplan vorgesehen.
Jeder blamiert sich, so gut er eben kann.
Die BÜRGERAKTION PFERSEE fordert daher den Augsburger Stadtrat auf, dem gepflegten Irrsinn unverzüglich ein Ende zu bereiten. Angesichts der Millionenlöcher im städtischen Haushalt kann sich die Stadt den Dünkel nicht mehr erlauben, die längst bekannten Vorschläge Pferseer Bürger, des ADFC, der ANA, von Behindertenverbänden, von Bund Naturschutz, VCD und der BÜRGERAKTION PFERSEE zu möglichen Einsparungen zu ignorieren.
Wir fordern den Verzicht auf die unsinnige Haltestelle auf der Luitpoldbrücke, deren Situierung nahezu alleine die bisherige Breite von ca. 20 m auf nahezu 35 m aufbläht.
Bis zur Hälfte der momentan erwartbaren Kosten könnte eingespart werden, wenn das Thelottviertel seine Straßenbahnhaltestelle in der Pferseer Straße behält - im gleichen Ausbaustandard, wie für die Augsburger Straße vorgesehen.
Ideen aus Tübingen
OB lädt zur Bürgerwerkstatt ein„Wie machen’s andere?“ Dieser Frage gingen Mitglieder der Bürgeraktion Pfersee bei ihrer diesjährigen Studienfahrt nach Tübingen auf den Grund. Dabei stand die Nutzung ehemaliger Kasernenareale, die in Tübingen genauso wie in Augsburg von den Streitkräften befreundeter Nationen in den letzten Jahren aufgegeben wurden, im Mittelpunkt des Interesses.
Die größte Überraschung erlebten die Pferseer jedoch, als sie auf dem Weg zu den Besichtigungsobjekten in der Tübinger Fußgängerzone von einer freundlichen Dame an einem Infostand aufgefordert wurden, die Zukunft der Stadt doch selbst zu gestalten. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass keine geringere als die Oberbürgermeisterin der Universitätsstadt Tübingen Brigitte Russ-Scherer am Samstagvormittag die Bürgerschaft ermunterte, sich an der Entwicklung der Leitlinien für Tübingen selbst zu beteiligen.
Dass die Beteiligung der Bürger an der Stadtentwicklung in Tübingen schon erfolgreich praktiziert wird, davon konnten sich die Exkursionsteilnehmer ein Bild im sogenannten Franzosenviertel machen. Hier sind große Bereich der ehemaligen Kasernenflächen bereits einer neuen Nutzung zugeführt worden, wobei höchst bemerkenswerte Wege beschritten wurden. So erläuterte Architekt Ulrich Plate - selbst an den Planungen beteiligt - , dass bis auf wenige Ausnahmen die Sanierung nicht in Hände von Bauträgern gelegt wurde, sondern über privat organisierte Baugemeinschaften abgewickelt wurde. Ferner wurde von vornherein auf eine Mischung zwischen Wohnungen und Gewerbe größten Wert gelegt. In jedem Gebäude ist zumindest das Erdgeschoß gewerblich genutzt. Allen Kritikern zum Trotz funktioniert heute das Nebeneinander von Wohnen und Arbeit problemlos. Im Gegenteil „Stadt“ entsteht nicht, so meinen die Tübinger, durch Addition von architektonischen und städtebaulichen Großprojekten, sondern durch die Schaffung von Wohnraum verbunden mit Arbeitsstellen und einem auskömmlichen Angebot an Waren, Dienstleistungen und kulturellen Gütern. Für den ruhenden Verkehr sind automatisierte Quartiersgaragen vorhanden. Einengende Bauvorschriften sind zugunsten einer weitgehend freizügigen Baugestaltung ad acta gelegt.
So waren die Pferseer auch begeistert von der Vielzahl der architektonischen Lösungen, welche in die ehemals uniformen Kasernenbauten ein urbanes Stadtgefühl zaubern. Gelungen auch die Idee, das Dach der ehemaligen Panzerhalle quasi als Wahrzeichen des Viertels stehen zu lassen und darunter einen Markt- und Sportplatz entstehen zu lassen.
Alles im allen ein überzeugendes Beispiel, dass in unserem demokratischen System nicht unbedingt die Entscheidungen von oben nach unten getroffen werden müssen, sondern das vielmehr die Kreativität und der Gestaltungswille der Bürger einiges bewegen und sowohl ökologische wie auch ökonomischen Lösungen hervorbringen kann. Man muss die Bürger halt nur lassen oder - besser noch - dazu ermuntern!
Einen ausführlichen Bericht mit Lichtbildern über die Tübinger Konversionsflächen geben Mitglieder der Bürgeraktion am 13. Dezember, 20 Uhr im Bürgerhaus Pfersee.
Gefährlicher Festbesuch
Engstelle im Holzbachtunnel muss entschärft werdenBadewetter, Plärrerrummel, Freiluftkino, das Areal auf und um den kleinen Exercierplatz herum ist zur Zeit für die Daheimgebliebenen der Anziehungspunkt. Leider ist der Weg zu den Vergnügungen für die Besucher, die aus Richtung Pfersee dorthin streben, mit Gefahren verbunden. Fußgänger und Radler, letztere teils schiebend, teils auf dem Stahlroß, behindern sich gegenseitig in der Holzbachstraße. Der Fußweg durch die Bahnunterführung längs des Wertachkanals verengt sich auf der nordöstlichen Seite. Nur wenig Raum bleibt den Passanten, die hier Mühe haben aneinander vorbei zu kommen. Dass darunter viele Kinder mit und ohne Räder sind, braucht nicht extra betont zu werden, sind doch die Freibäder und der Plärrer für diese begehrte Ferienziele.
Es war vor langer Zeit davon die Rede, hier einen separate Unterführung für Radler und Fußgänger zu bauen. Das kostet viel Geld, wobei ein eigener Tunnel hinsichtlich Einsehbarkeit usw. nicht unproblematisch ist. Aber vielleicht geht es auch anders: Warum wird an dieser gefährlichen Stelle nicht ein Fahrstreifen zugunsten der schwächsten Verkehrsteilnehmer geopfert? Einspurig für die Kraftfahrzeuge durch die Unterführung, mit einer Ampelanlage vor und nach dem Tunnel gesichert und schon kann der vorhandene Rad- und Fußweg mit ausreichender Breite durch die Unterführung geführt werden. Und sei es nur zu bestimmten Zeiten.
Schon hören wir die Argumente: Hier müssen Schwerlasttransporte ( Wie oft?) durch die Unterführung und passiert ist hier auch noch nie etwas! Aber muss erst was passieren? Wir können den Verantwortlichen nur empfehlen, sich die Gefahrenstelle am Abend oder gar in der Dunkelheit anzusehen, wenn die Besuchergruppen wie jetzt zu den Vergnügungsstätten durch den Tunnel strömen!
Spielmeile statt
Park-Blech
Bürgeraktion fordert sicheren
Zugang zur Kindertagesstätte am Mühlbach
Mit Beginn des neuen Schuljahres nimmt die neue Kindertagesstätte am Mühlbach den Betrieb auf. Aus diesem Anlass fordert die Bürgeraktion Pfersee „Schlössle“ e.V. die längst versprochene Querungshilfe in der Gollwitzerstraße auch rechtzeitig vorher zu errichten.
Um einen sicheren Zugang aus dem Süden des Stadtteils zu gewährleisten, muß jetzt schrittweise auch die geplante „Spielmeile“ am Mühlbach umgesetzt werden. Seit langem ist auf der ehemaligen Localbahntrasse, zwischen Gollwitzerstraße und Hans-Adlhoch-Straße, eine Fußwegverbindung entlang des Mühlbachs vorgesehen und vom Stadtrat auch beschlossen.
Doch vor allem im Bereich der Gollwitzerstraße wird die sträflich vernachlässigte stadteigene Fläche von „wilden“ Parkern okkupiert und die ersehnte Grünverbindung - von der Augsburger Straße bis in die Wertachauen - ist nicht einmal erahnbar.
Die Bürgeraktion hat daher die städtischen Referenten Dr. Jürgen Bruggey, Dr. Karl Demharter und Willi Reisser aufgefordert sich der trostlosen Situation anzunehmen. Mit geringem Aufwand kann hier eine hochwertige Grünfläche für die ohnehin grünarme Mitte Pfersees zurückerobert werden - und was gäbe es für ein gelungeneres Präsent zur Eröffnung des Kindergartens!
Was die Bürgeraktion Pfersee seit Jahren fordert, könnte nun Wirklichkeit werden: eine qualitätsvolle Planung für die Augsburger Straße in ihrer gesamten Länge, von der Luitpoldbrücke bis zur Bürgermeister-Bohl-Straße. Im Auftrag der Stadt Augsburg hat ein Architekt ein Konzept entwickelt, wie aus der heuti-gen Durchgangsstraße ein attraktives Stadtteilzen-trum werden könnte, in dem sich die Bürger gern aufhalten.
Die Bürgeraktion bedauert jedoch, dass diese wichti-ge Planung bei einer Veranstaltung vorgestellt wurde, die unter ganz anderen Vorzeichen angekündigt war.
Es bedarf einer breiten Diskussion im gesamten Stadtteil, damit die Bevölkerung des Stadtteils den PolitikerInnen, die letztlich über die Verwirklichung der Pläne entscheiden, entsprechend Druck macht. In der Planung steckt eine riesige Chance – die sollte die Stadt nicht ungenutzt verstreichen lassen. Wir fordern die Stadtverwaltung auf, die Pläne engagiert zu erläutern und voranzutreiben.
Dass den Pferseern das Lachen noch nicht vergangen ist, zeigt ein Blick in den eben erschienen Jahresbericht der Bürgeraktion Pfersee „Schlössle“ e.V. So findet sich in dem kleinen Heftchen unter dem Titel „Pferseer hinter Gittern?“ das Schild wieder, das ein Witzbold im vergangenen Jahr am Zaun der Localbahnbrücke angebracht hatte und auf dem zu lesen war „Necken und füttern verboten“. Auch soll es jetzt Schotten in Pfersee als Helfer gegen kommende Hochwasser geben, haben die Berichterstatter doch ein „Schott“ an der Abfahrt zur Turnhalle an der Hans-Adlhoch-Schule ausgemacht, das inzwischen die seit der großen Flut dort deponierten Sandsäcke ersetzt. Etwas bissiger gehen die Pferseer dann allerdings mit dem ehemaligen Katastrophenreferenten um: „Glückwunsch, Herr Reisser, Ihre Rente ist sicher“ lautet das Fazit.
Und zum OB-Kandidaten der SPD wird berichtet, dass ihm zum Neujahrsempfang ein Fläschchen hochprozentiges Wertachwasser kredenzt wurde, um somit den Mann aus der Lechstadt gleich mit den Anliegen der Wertachrebellen bekannt zu machen. Zu diesen Sachthemen, wie Erneuerung der Luitpoldbrücke, Pferseer Unterführung, Erinnerung an das KZ-Außenlager im Bereich der Sheridankaserne, Linienführung der Tramlinie 5 sind in kurzen Berichten die wichtigsten Informationen zusammengefasst, z.T. ergänzt mit aktuellen Plänen, wie zum Projekt „Wertach vital“.
Es werden auch die Eindrücke und Anregungen wiedergegeben, die sich die Pferseer auf ihrer Mitgliederfahrt zur Landesgartenschau nach Memmingen geholt haben, bzw. bei der Fahrt der „Bürgerwerkstatt Sheridan Kaserne“ aus Fürth und Herzogenaurach mitgebracht haben.
Erwähnt wird die Eröffnung des Jugendspielplatzes auf der Perzheimwiese, der auf Initiative der Bürgeraktion entstanden ist, wie auch das Engagement beim Maifest im Rahmen der AGP bzw. beim großen Sommerfest in Cramerton.
Abgerundet wird der Jahresbericht durch Gastbeiträge. So stellt der Bürgerverein Pfersee Nord in dem Heft seine Ziele und Ansprechpartner vor, während ein Bericht aus der Hans-Adlhoch-Schule vom Erfolg des Schülercafés „Bla Bla“ erzählt, bei dem Jugendliche unter Beweis stellen, wie verantwortungsbewusst und selbständig sie mit Lebensmitteln, Geld und der Einrichtung insgesamt umgehen können.
Interessierten Bürgern kann der Jahresbericht, der in einer Auflage von 800 Exemplaren erschienen ist, gerne zugesandt werden. Anforderung bitte unter der Nummer (0821) 52 00 79 bzw. Fax (0821) 52 00 94. Ferner kann der Jahresbericht über die Homepage der Bürgeraktion unter www.pfersee.de aufgerufen werden.
Die Bürger können sich
freuen,
dass sie die Wertachauen vor einer völlig unsinnigen
Localbahnunterführung
gerettet haben. Der Beschluss des Stadtrates zur Luitpoldbrücke
und
Bahnhofsunterführung lässt allerdings viele Einwände und
Verbesserungsvorschläge der Pferseer unberücksichtigt. Und er
lässt mehr Fragen offen als er beantwortet.
Pfersee soll jetzt eine
überdimensionierte
Brücke erhalten, die viel Verkehr anziehen wird und eine
Straßenbahnhaltestelle
bekommt. Ob allerdings die neue Tramlinie 5 jemals über diese
Brücke
fahren wird, ist genau so wenig geklärt wie die Frage ob und wann
der neue Bahnhofstunnel gebaut werden wird.
So kann es durchaus sein, dass mit der
Brücke ein Mahnmal über die Wertach betoniert wird, das
zeigt,
was passiert, wenn Planungen nicht zu Ende gedacht werden,.
Mehr Klarheit haben jetzt die
Fußgänger
und die Radler. Der Fußweg auf der Nordseite des Tunnels wurde
gestrichen.
Dafür werden die Fahrbahnen verbreitert. Auch der Radweg in der
Rosenaustraße
entfällt. Dafür gibt es Parkplätze.
Angesichts solch katastrophaler
Mängel
muss die Stadt davon ausgehen, dass der Vorhang, den man mit dem
Stadtratsbeschluss
zuziehen wollte, noch mehrmals aufgehen wird. Die Bürgeraktion
wird
sich weiter um Verbesserungen bemühen, damit die Planung nicht
endgültig
zur teuren Blamage wird.
Jetzt also doch: Die dichte Bebauung auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei-Weberei Pfersee wird reduziert, was die Bürgeraktion Pfersee von Anfang an gefordert hat. Umso mehr erstaunt es uns, der AZ zu entnehmen, dass sich CSU-Stadträtin Ursula Vollert damals im Bebauungsverfahren "dumm anreden lassen" musste, "weil wir die Blocks zu groß fanden". Wenn das tatsächlich so gewesen wäre, hätten wir nicht ein Bürgerbegehren einleiten müssen, das von mehr als 4000 Pferseer Bürgern unterschrieben wurde. Es waren im Gegenteil die großen Fraktionen im Stadtrat, die gemeinsam mit dem Bauträger um eine möglichst hohe Bebauungsdichte gekämpft haben, gegen den erklärten Willen der Bürger. Nur dem engagierten Einsatz der Bürger - die sich von Stadträten oft genug in dieser Sache "dumm anreden" lassen mussten - und der Tatsache, dass Wahlkampf war, ist es zu verdanken, dass überhaupt Verbesserungen auf dem Gelände durchzusetzen waren, ohne die das Gelände noch viel schlechter zu vermarkten wäre.
Vor einem Jahr noch
galt
die Luitpoldbrücke in Pfersee als akut einsturzgefährdet. Im
Herbst 2000 schon sollte Baubeginn sein für eine neue Brücke.
Doch weil die Stadt statt der bisherigen Lösung eine viel
größere,
doppelt so breite Brücke bauen wollte, versuchte man die Planung
für
eine überdimensioniertes neues Bauwerk durchzupeitschen, das
Grün
an der Wertach vernichtet und vermehrt Verkehr in den Stadtteil bringen
wird. Aber die Stadt hatte die Rechnung ohne die Bürger gemacht:
Zahlreiche
Einsprüche verzögerten das Verfahren so sehr, dass bis heute
kein Stadtratsbeschluss zum Bau vorliegt. Wie durch eine bessere
Planung
ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden kann, haben die
Bürger
längst bewiesen. Möglich ist zum Beispiel der Erhalt einer
Haltestelle
für das Thelott-Viertel in der Pferseer Straße.
Unverständlich ist,
wieso die Kunden von Bus und Bahn eine Verschlechterung der
Haltestellen-Situation
auch noch bezahlen sollen, nachdem die Stadtwerke die neue
Luitpoldbrücke
finanzieren wollen.
Die Bürgeraktion
Pfersee
sorgt sich inzwischen um das altersschwache Bauwerk über die
Wertach
und fragt: Wo bleibt die neue Brücke? Hätte man statt einer
gigantischen
Brücke einfach einen Ersatz für das bisherige Bauwerk
geplant,
könnte die neue Brücke schon bald befahrbar sein!
Dass nicht in jeder
Gemeinde
der Augsburger Grundsatz „Wer Visionen hat, gehört zum Augenarzt“
gilt, bewies eine Fahrt der Bürgerwerkstatt „Sheridankaserne“ nach
Herzogenaurach und Fürth. Auch wenn die Verhältnisse
selbstverständlich
an jedem Standort andere sind, waren sich die Stadtplaner in beiden
Gemeinden
einig: Zunächst einmal muss eine Idee, eine Vision, eine
hochwertige
Planung da sein, nur dann hat man eine Chance, auch Investoren
anzuziehen.
„Die Messlatte muss von Anfang hoch genug angelegt werden“, hieß
es dazu in Herzogenaurach, wo die Firma „adidas“ auf einem Teil des
ehemaligen
amerikanischen Kasernengeländes ein internationales Zentrum baut.
In Fürth ist ein
großer
Park der Kern der Neuplanung für eine in der Größe mit
der Sheridankaserne vergleichbare ehemalige US-Kaserne. Durch spezielle
Verträge ist es außerdem gelungen, dass die Stadt für
den
Park keine Grundstückskosten übernehmen muss – die
Bundesvermögensverwaltung
übergibt das Grundstück altlastenfrei und geräumt zum
Nulltarif
an die Stadt.
Für die
Bürgeraktion
Pfersee sind diese beiden Beispiele ein Beweis für die Richtigkeit
ihrer Forderungen zum Sheridan-Gelände:
Um kompetent mitdiskutieren zu können, wenn im nächsten Jahr die millionenschwere Planung für den Umbau der Ackermannstraße ansteht, bat die Bürgeraktion Pfersee den ersten Preisträger, Planer und Stadtrat Gerd Arnold, ihren Mitgliedern seinen preisgekrönten (und bereits öffentlich ausgestellten!) Wettbewerbsentwurf an einem Abend zu erläutern. Den Bürgern ging es unter anderem darum, mit dem Fachmann Wünsche und Anregungen der Anlieger sowie deren Realisierbarkeit zu diskutieren. Leider musste Gerd Arnold jedoch seine ursprünglich gegebene Zusage wieder zurückziehen, weil die Stadt einen eigenen Info-Abend im Januar plant. Da stellt sich die Frage, wie weit es mit der viel zitierten Bürgerbeteiligung her ist!
Ein Lehrbeispiel
dafür,
wie Verbesserungsvorschläge der Bürger heruntergebügelt
werden, bietet derzeit das Bebauungsplanverfahren zum Neubau der
Wertachbrücke
in Pfersee.
Praktisch alle
Anregungen
der Bürger wurden abgewiesen. Dabei machen die Begründungen
deutlich,
dass überhaupt nicht daran gedacht war, auf Anregungen der
Bürger
einzugehen.
Das zeigen die folgenden
vier Beispiele:
1.
Lokalbahnunterführung
Obwohl er einen enormen
Eingriff in wertvolles Grün darstellt, wird am Bau der
Lokalbahnunterführung
festgehalten. Dabei spielen die Kosten (inzwischen etwa 6 Millionen
Mark)
offenbar keine Rolle. Selbst wenn die Lokalbahn ihre derzeitige
Frequenz
verdoppelt und in Zukunft zweimal täglich fährt, wird jede
Hin-
und Rückfahrt den Steuerzahler allein für Zins und
Abschreibung
2500 Mark kosten. Die Stadt begnügt sich in ihrer Abwägung
mit
dem Verweis darauf, dass das Bayerische Wirtschaftsministerium dieses
Bauwerk
fordert, statt mit aller Kraft auf eine Ausnahmegenehmigung für
eine
ebenerdige Kreuzung zu drängen.
2. Gleisführung
der Straßenbahn auf der Brücke und in der Pferseer
Straße
Die von Bürgern
vorgeschlagene
Führung der Straßenbahngleise in Südlage ab der
Luitpoldbrücke
durch die Pferseer Straße bis in den neuen Bahnhofstunnel wird
nicht
einmal näher geprüft, weil damit angeblich ein ständiges
Verschwenken der Straßenbahn verbunden sei. Dabei entfällt
bei
dieser Lösung gerade das Verschwenken, weil die Straßenbahn
dort läuft, wo sie auch im Tunnel läuft: Neben den Autos
statt
wie bisher dazwischen. Ein eigener Gleiskörper in der Pferseer
Straße
stadteinwärts würde verhindern, dass die Straßenbahn
wie
bisher im Autostau steckenbleibt.
1.
Straßenbahn-Haltestelle
Obwohl auch viele
Bewohner
aus dem Thelottviertel sich dafür einsetzen, die neue Haltestelle
in der Pferseer Straße statt auf der Brücke einzurichten,
und
ein gehbehinderter Mitbürger eindrücklich schildert, wie
schwer
es für ihn sein wird, die neue Haltestelle zu erreichen, wird an
der
Planung auf der Brücke bestanden, obwohl sie zu nahe an der
nächsten
Haltestelle „Eberlestraße“ liegt und für die Bewohner des
Thelottviertels
nur Nachteile bringt.
3.
Grünflächen
Fast schon zynisch wird
die Abwägung, wenn es um die Grünflächen geht, die der
neuen
Tramlinie geopfert werden müssen. Einer 81-jährigen Frau, die
traurig ist, dass sie den Zugang zur Wertach und zum letzten Grün
in ihrer näheren Umgebung verliert, wird erläutert, dass sie
diesen Zugang ohenhin derzeit offiziell nicht hat, da das
Überqueren
der Lokalbahngleise verboten sei. Ein Grünordnungsplan kann das
auch
nicht ausgleichen!
Angesichts solcher
Abwägungen
verwundert es nicht, dass die Stadtratsmehrheit beschlossen hat, den
über
450 Personen, die Anregungen eingebracht haben, keine Mitteilung
über
die Ergebnisse zukommen zu lassen.
Die Art, wie hier mit
Bürgerengagement
umgegangen wird, ist erschreckend. Wir fordern die Stadt auf, den
Planungen
eine Chance zur Verbesserung zu geben!
Jahrzehntelang setzte ein Wandrelief am Pförtner-häuschen der ehemaligen Spinnerei und Weberei Pfersee einen deutlichen Akzent in der Augsburger Straße. Das Steinbild stellte eine Spinnerin dar und war Symbol nicht nur für die ehemals auf dem Gelände untergebrachte „Große Fabrik“, sondern insgesamt für den traditionsreichen Textilstandort Pfersee.
In einer Nacht- und Nebelaktion wurde das Wandbild unter einer dicken Putzschicht begraben. Der neue Besitzer des Anwesens Augsburger Straße 9 - ehemals das Verwaltungsgebäude der Spinnerei und Weberei Pfersee - zeigt damit einen unglaublich fahrlässigen Umgang mit dem Kulturerbe des Stadtteils.
Die BÜRGERAKTION PFERSEE betrachtet diese Art der Sanierung als einen Skandal und fordert die Wiederherstellung des Wandreliefs.
Bei der diesjährigen Hauptversammlung der Bür-geraktion Pfersee „Schlössle“ e.V. haben die Mit-glieder alle bisherigen Vorstandsmitglieder für das kommende Jahr in ihren Ämtern bestätigt. Brigitte Hopp-Köhler führt als 1. Vorsitzende zusammen mit den Stellvertretern Dietmar Egger und Bernhard Kammerer den Verein. Wolfgang Konrad ist weiterhin Kassier, wie auch Dr. Peter Seyboth und Ulrich Truckenmüller sich wie bisher das Amt des Schriftführers teilen. Als Revisoren fungieren Margarete Billian und Walter Schneider. Neu im Beirat, dem wie im letzten Jahr Brigitte Kastner, Angelika Simak und Roswitha Staudinger angehören, ist Robert Bernhard. Zum Vertretern der Bürgeraktion im Beirat des Bürgerhauses wurden Petra Kammerer und Klaus Konrad, zu Vertretern bei der „Arbeitsgemeinschaft Pferseer Vereine“ Angelika Simak und Dr. Peter Seyboth benannt. Bei der „Agenda 21“ wird die Bürgeraktion von Roswitha Staudinger und beim „Forum Augsburg lebenswert“ von Bernhard Kammerer vertreten.
Inhaltlich wird sich die Bürgeraktion im kommenden Jahr mit der Gestaltung der Augsburger Straße, mit dem Neubau der Luitpoldbrücke und vor allem mit den Konversionsflächen im Bereich der Sheridan-Kaserne befassen. Um u.a. Erfahrungen bei der Nachnutzung von Brachflächen zu gewinnen, wird die Bürgeraktion Anfang August eine Radtour zur Lan-desgartenschau nach Memmingen unternehmen. Da-zu konnte Brigitte Hopp-Köhler in ihrem Rückblick erfreut feststellen, dass der Vorschlag der Bürgerak-tion, im Bereich der ehemals von der US-Army ge-nutzten Flächen eine Landesgartenschau zu initiie-ren, inzwischen von der Stadt Augsburg aufgegriffen wurde.
Die 150 Millionen Mark teuren Planungen der Stadt Augsburg für die Pferseer Unterführung und die neue Luitpoldbrücke lösen bei den Pferseer Bürgern einen Proteststurm aus. Innerhalb weniger Stunden unterschrieben 250 Augsburger eine Mustereinwendung, die die Bürgeraktion Pfersee vorbereitet hatte. Hinzu kommen etliche Privatleute, die mit eigenen Briefen die Stadtverwaltung zu einer Neuplanung auffordern. Fünf Punkte sind es vor allem, die die Bürgeraktion Pfersee anführt:
1. Das Stadtteilzentrum Pfersee wird durch die neue Planung, die auf 29000 Kraftfahrzeuge pro Tag ausgerichtet ist, noch stärker mit Durchgangsverkehr belastet. Das widerspricht allen Stadtratsbeschlüssen, die eine Verkehrsberuhigung im Zentrum von Pfersee fordern.
2. Die deutliche Verbreiterung der Brücke führt, zusammen mit der geplanten Lokalbahnunterführung, nicht nur zu einem Verlust an der einzigen nennenswerten öffentlichen Grünfläche im gesamten Stadtteil Pfersee Nord. Sie zerstört auch die einzige Stelle, an der das alte Ortsbild von Pfersee noch intakt ist.
3. Die Lage der Straßenbahnhaltestelle auf der Brücke ist aus Sicht der ÖPNV-Benutzer völlig unsinnig. Die Auflösung der Haltestelle „Rosenaustraße“ verschlechtert die Erreichbarkeit der Straßenbahn für die Bewohner des Thelottviertels ganz erheblich. Die Führung der Linie 5 durch die Hessenbachstraße hat keine Erschließungsfunktion, kostet aber wertvolles Grün. Eine Führung durch die Rosenau- bzw. Holzbachstraße muss ernsthaft geprüft werden.
4. Für Radler ist die derzeitige Planung ein gefährliches Flickwerk, das keinen sicheren Weg vom Pferseer Zentrum bis zum Bahnhof und zurück ausweist.
5. Es fehlt ein Gesamtkonzept für eine attraktive und sichere Anbindung für Radler und Fußgänger an die Innenstadt aus dem Bereich Augsburger Straße. Mit der Entwicklung der Sheridan-Kaserne wird dieser Achse für Radler eine noch größere Bedeutung zukommen. Auch die Führung der Straßenbahnlinie 5 an der Ackermann-Straße ist noch nicht klar. Es hat keinen Sinn Millionen auszugeben für eine Planung, die Stückwerk bleiben muss.
Aus Sicht der
Bürgeraktion
fast schon bodenlos: Die Stadt Augsburg hat am 25. Mai eine
Informationsveranstaltung
zu den Planungen angesetzt - einen Tag, bevor die Auslegungsfrist
abläuft.
Damit vorstellbar wird,
welch einen Eingriff die Planungen für die Grünflächen
bedeuten,
hat die Bürgeraktion alle Bäume, die der Spitzhacke zum Opfer
fallen werden, mit einem weißen Kreuz gekennzeichnet und Schilder
an den Stellen aufgestellt, an denen der Betontrog für die
Lokalbahnunterführung
beginnt und endet.
Am Samstag, 20. Mai hat die Pferseer Bevölkerung Gelegenheit, sich über Planungen in ihrem Stadtteil zu informieren.
Die Bürgeraktion PFersee stellt an ihrem Infostand auf dem Platz vor dem Kaufhaus Konrad in der Zeit von 10 bis 12 Uhr die derzeitigen Planungen zur Erneuerung der Luitpoldbrücke und zum Umbau der Pferseer Unterführung vor. Im Mittelpunkt sthet dabei die Trassenführung der künftigen Tramlinie 5 zwischen der Pferseer Unterführung und der Bgm.-Ackermann-Straße sowie der kreuzungsfreie Ausbau des Localbahngleises im Berich der Augsburger Straße.
Es werden auch Informationen zum planungsrechtlichen Verfahren gegeben und Möglichkeiten aufgezeigt, wie auf die Planungen noch Einfluß genommen werden kann.
Die Stadt Augsburg
plant
eine neue Straßenbahnlinie (Linie 5), die von der
Luitpoldbrücke
abzweigen und durch die Hessenbachstraße führen soll.
Entgegen
früheren Aussagen soll dazu nicht das Lokalbahngleis benutzt,
sondern
ein neues Gleis parallel zum Lokalbahngleis gebaut werden. Die
Lokalbahn
verschwindet in einem ca. 650 Meter langen Betontrog. Das kostet nicht
nur viel Geld, sondern auch eine Menge Grünfläche entlang der
Hessenbach- und der Lutzstraße. Die neue Brücke wird etwa
die
Dimensionen der vierten Lechbrücke erreichen.
Wir wollen einen Ersatz für die baufällige Brücke, aber kein überteuertes Jahrtausendbauwerk!
Am Freitag, 5. Mai, zwischen 18.00 und 18.30 Uhr
werden wir an Ort und Stelle (Luitpoldbrücke, Ecke Hessenbachstraße) durch Markierungen die Größe des betroffenen Geländes sichtbar machen und mit Bürgern diskutieren.
Ein
Stadtteilarbeitskreis
soll das Wettbewerbsverfahren zur Überplanung der ehemaligen
Sheridan-Kaserne
künftig begleiten und darauf achten, dass die Ergebnisse der
Bürgerwerkstatt
auch tatsächlich in die Planung einfließen. Am Donnerstag,
4.Mai,
um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Pfersee, wird es ein erstes Treffen
dieses
Arbeitskreises geben, bei dem der Auslobungstext für den
städtebaulichen
Ideenwettbewerb vorgestellt werden soll. „Jetzt kommt die Nagelprobe,
wie
ernst
die Augsburger Politiker
den Bürgerwillen nehmen“, begrüßt die Bürgeraktion
Pfersee diese Einrichtung.
Schon die Bürgerwerkstatt hat gute Ergebnisse gebracht, vor allem weil die Bürger darauf bestanden haben, den Blick zu weiten und auch das Umfeld der Kaserne ins Visier zu nehmen. Klar wurde auch, dass es eine Entwickung des Geländes zum Nulltarif nicht geben kann, wenn die Chancen der Umwandlung genutzt werden sollen. Zu groß ist das Gelände, auf dem eine zukunftsfähige Lösung für den Augsburger Westen geschaffen werden soll, und zu groß sind die Defizite, die es in Pfersee auszugleichen gibt.
“Wir hoffen, dass auf dem Weg durch die Ausschüsse der Auslobungstext für den Wettbewerb nicht so weit verwässert wird, dass nach Augsburger Tradition vor allem vordergründige und kruzfristige Bauträger-Interessen berücksichtigt werden.“, so die Bürgeraktion.
Der Stadtteilarbeitskreis wird von Mitarbeitern des Münchner Vereins Urbanes Wohnen moderiert, der schon bei der Bürgerwerkstatt sehr gute Arbeit geleistet hat.
Das kleine, handliche Heft, das die Bürgeraktion Pfersee „Schlössle“ e.V. jährlich als Jahresbericht herausbringt, will mehr sein als der Rechenschaftsbericht eines Vereinsvorstandes: Standortbestimmung, manifestierter Bürgerwille und Chronik eines Stadtteils.
So geht auch heuer der Bogen der Berichterstattung vom 10jährigen Geburtstag des Bürgerhauses über die Bebauung des Mühlbachgeländes hin bis zur Verkehrsberuhigung in Pfersee Nord. Selbstverständlich fehlt nicht das Wertachhochwasser zu Pfingsten und auch auf die letztjährige Sonnenfinsternis, die in Pfersee auf der Schlössle-Wiese ge-meinsam betrachtet wurde, wird eingegangen. Einen breiten Raum nehmen die Planungen zu den Konversionsflächen im Augsburger Westen ein. Dabei werfen die Pferseer auch einen Blick zurück in die Geschichte der Augsburger Industriearchitektur. Und sie berichten von ihrer Exkursion ins Ruhrgebiet zur Internationalen Bauausstellung, bei der sie Anregungen für die Nutzung brachliegender Industrieflächen geholt haben.
Ganz zeitgemäß steht der Jahresbericht nicht nur in gedruckter Form zur Verfügung, sondern kann auch im Internet unter der Adresse www.pfersee.de aufgerufen werden. Und wer einen Blick in die Homepage der Bürgeraktion Pfersee wirft, bekommt dort gleich die aktuellen Pegelstände der Wertach vom Grüntensee bis nach Augsburg-Oberhausen präsentiert. Wahrlich ein Bürgerservice, den die Pferseer seit letztem Jahr zu schätzen wissen.
Eine Planung „nach Gutsherrnart“ für das Gelände der Sheridan-Kaserne befürchtet die Bürgeraktion Pfersee nach den Auftaktveranstaltungen zur Bürgerwerkstatt. Grundsätzlich ist eine frühzeitige Einbindung der Bürger in das Geschehen sehr zu begrüßen. Doch nach den ersten Veranstaltungen ist zu befürchten, dass das Gelände einfach nur dazu dienen soll, bisher Versäumtes nachzuholen, nach dem Motto: Es fehlen Jugendzentrum, Turnhalle, Vereinssaal, Parkplätze - dort können wir alles nachholen.
Die
anstehenden Konversionsflächen - mit knapp 190 Hektar immerhin so
groß wie die ehemalige freie Reichsstadt Augsburg - sind jedoch
zu
wertvoll, als dass Fehlendes dort zusammenhanglos hingestellt werden
sollte.
Augsburg hat jetzt die historische Chance, nicht nur Versäumnisse
aufzuarbeiten und den Mangel zu verwalten, sondern dem Augsburger
Westen
nachhaltige und zukunftsfähige Ideen zu geben, die regional
ausstrahlen
und überregionale Standortqualität zeigen können. Damit
sich neue Ideen aber auch wirklich entfalten können, braucht man
Anregungen,
Zeit und ein entsprechendes Klima - einen Schonraum sozusagen, den
eigentlich
die Moderation der Bürgerwerkstatt bieten sollte. Ob - wie geplant
- ein Wochenende für einen solchen Entfaltungsprozess ausreicht,
bezweifelt
die Bürgerkation. Darüber hinaus ist immer noch
ungeklärt,
welchen Stellenwert das vom Stadtrat verabschiedete Strukturkonzept
hat.
Wenn dort Nutzungen schon weitgehend festgeschrieben sind, und es nur
noch
darum geht, den Grüngürtel etwas breiter zu machen oder die
Parkkplätze
etwas weiter nach links zu schieben, bedeutet das verschwendete Zeit.
Die Bürgeraktion Pfersee fordert deshalb für das Gelände:
Spaziergang durch Cramerton, Centerville und Sullivan Heihts- Ein Grundstücksmanagemement, das die Zerstückelung des Geländes nur nach Investorengesichtspunkten verhindert. Es darf nicht passieren, dass einzelne Nutzungen ohne Zusammenhang nebeneinander gestellt werden, sondern es muss ein schlüssiges, nachhaltiges Gesamtkonzpt geben.
- Das Wettbewerbsprinzip (Planen und Denken in Alternativen) sollte auf allen Ebenen der Projektplanung und Verwirklichung installiert werden, sowohl in der Phase der Ideenfindung wie auch in den Stadien der konkreten Entwürfe und in der Realisierung. Das garantiert Innovation und Qualität auf der einen und eine effektive Verwendung der Mittel auf der anderen Seite.
- Achtung vor der Geschichte. In dem Gelände sollten die Spuren der bisherigen Nutzung aufgenommen werden - immerhin war es über fast 70 Jahre hinweg Kaserne. Dort befand sich zeitweise ein KZ-Außenlager und nicht zuletzt finden sich hier Zeugnisse aus fast 50 Jahren amerikanischer Anwesenheit - für die Nachkriegsgeneration „ein Stückchen Amerika“. Diese Zeugnisse der bisherigen Nutzung sollten in ein neues Umfeld gestellt und neuen Nutzungen zugeführt werden.
- Blick über den Tellerrand. Wer wirklich Innovation will, der muss sich mit neuen Idee, neuen Akteuren und Außenseitern auseinandersetzen. Deshalb sollten vor der Bürgerwerkstatt Abende stattfinden, an denen vorgestellt wird, wie andere Städte und Regionen mit der Umwandlung großer Flächen umgegangen sind. Auch in der Besetzung der Wettbewerbsjurys sollte das Prinzip der „Fremdheit“ sich widerspiegeln.
- Eine Lokomotive, wie zum Beispiel eine Landesgartenschau auf dem Gelände, die Begeisterung weckt und Mittel und Ideen bringt. Das hat den Vorteil, dass viele Kräfte sich motivieren und mobilisieren lassen, die auf ein zeitliches und sachliches Ziel hinarbeiten. Darüber hinaus würde ein solches „Festival“ sowohl mögliche Investoren wie auch Touristen in die Stadt ziehen und ihnen zeigen, was der Titel „Umweltstadt“ bedeuten kann.
- Es geht beim der Planung für das Gelände der Sheridan Kaserne nicht um ein Stückchen unbebauten Acker am Stadtrand von Augsburg, sondern es geht um einen großen Teil des Westens unserer Stadt. Deshalb ist diese Planung eine Angelegenheit aller Bürger. Das Gelände muss vernünftig mit dem Rest der Stadt verbunden werden - eine Rahmenplanung ist deshalb unausweichlich. Schön wäre es, wenn sich möglichst bald im Rahmen einer sich abzeichnenden Gesamtkonzeption ein Projekt verwirklichen lässt - sozusagen eine Art „Leuchtturmprojekt“, das versinnbildlicht, was auf diesem Gelände realisiert werden soll, ein Projekt, an dem sich die folgenden messen lassen müssen und das den Westen der Stadt aufwertet.
Damit zusammenwächst, was demnächst zusammen gehört, will sich die Bürgeraktion Pfersee in den ehemaligen Wohngebieten der US Armee, die jetzt zum Stadtteil Pfersee gehören, umsehen.
Bei dem Spaziergang durch Cramerton, Centerville und Sullivan Heights werden Katharina Blaha vom Bürgerverein Pfesee Nord und Stadträtin Christine Kamm die notwendigen Erläuterungen geben.
Preffpunkt ist um 14 Uhr der Basketball-Platz an der Hagenmähderstraße zwischen Polk- und Tylerstraße.
Ein abwechslungsreiches Programm für jung und alt haben sich aus Pfersee Jugendhaus, Bürgerhaus und Bürgeraktion für das Stadtteilfest am 18. September auf der Schlössle-Wiese einfallen lassen. So besteht für Kinder die Möglichkeit auf einer Pferdekutsche (von 12 bis 15 Uhr) mitzufahren, bekannte Kinderlieder mit der „Faks-Theater-Band“ zu singen, mit den Elternvereinen „Flohkiste“ und „Kindernest“ zu basteln oder sich schminken zu lassen.
Jugendliche hingegen können beim Streetballturnier des Jugendhauses auf dem Hartplatz mitmachen oder sich von den Showeinlagen der Rock’n Roll Company Augsburg bzw. der Jugendhaus-Breaker anstecken zu lassen. „Technik, die begeistert“ unter diesem Motto wird erstmals auf dem Stadtteilfest die Nachwuchsgruppe des THW zeigen, wie man ohne Nägel und Schrauben nur mit Seilen und Hölzern zum Beispiel eine Schiffschaukel konstruiert.
Für Erwachsene hingegen warten Aktions- und Infostände. So können die Besucher selbst Kerzen gießen oder sich über die Haltung von Fischen von den Aquarienfreunden aus dem Bürgerhaus beraten lassen. Die Freiwillige Feuerwehr Pfersee wird mit ihrem neuen Löschfahrzeug präsent sein und über den Brandschutz informieren.
Unterhalten werden die Besucher des Festes, das gegen 20 Uhr mit Einbruch der Dunkelheit endet, von der Gruppe „Stilbruch“ mit Schlagern, Hits und Oldies, während die Stände der Bürgeraktion die Versorgung mit Kaffee und Kuchen bzw. Bratwürsten übernehmen.
Das ebenfalls schon traditionelle Stadtteilspiel ist heuer, wie kann es anders sein, als Katastrophentraining konzipiert. So wird es Aufgabe der Mannschaften aus dem Stadtteil sein, im Wettbewerb Sandsäcke über eine Hindernisbahn zu wuchten, wobei es auch etwas naß zu gehen wird.
Was Augsburg noch vor sich hat, hat das Ruhrgebiet gerade hinter sich: Riesige Areale müssen einer neuen Nutzung zugeführt werden. Weil der Augsburger Stadtteil Pfersee durch Dierig-Gelände und Sheridan-Kaserne besonders betroffen ist, hat die Bürgeraktion Pfersee sich umgesehen, wie im Ruhrgebiet dieses Problem angegangen wird.
Angelockt durch die Ausführungen von Prof. Karl Ganser, Geschäftsführer der „Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA)“ unternahmen Mitglieder und Freunde der Bürgeraktion - darunter vom Augsburger Stadtrat Eva Leipprand und Christine Kamm - eine Tour quer durch den Ruhrpott. Besichtigt wurde die soziale, ökonomische und kulturelle Erneuerung dieser Region. Ein Rundgang durch den aus der Hochofenanlage „Meidrich“ entstandenen „Landschaftspark Duisburg-Nord“, ein Besuch des Einkaufszentrum „CentrO“ in Oberhausen, ein Gang durch den Wissenschaftspark Gelsenkirchen, ein Blick auf die Siedlung „Küppersbusch“ oder auch eine Tour über die Halden der ehemaligen Zeche „Nordstern“ standen u.a. auf dem Programm. Immer wieder waren die Pferseer beeindruckt, mit welcher Selbstverständlichkeit Baukörper, welche die industrielle Geschichte dieses Landstriches repräsentieren, heute genutzt und integriert werden. Höhepunkt der von Wolfgang Konrad konzipierten Ruhrtour war der Besuch des Gasometers in Oberhausen. Faszinierend die Sicht von diesem jetzt als Ausstellungshalle genutzten Industriegiganten, genauso phantastisch aber auch die Fahrt mit dem gläsernen Fahrstuhl im Innern dieses Kolosses mit Blick auf „The Wall von Christo + Jeanne Claude“.
Den grandiosen Abschluss bildete aber schließlich die Ausstellung „Sonne. Mond und Sterne“ in den Gebäuden der Zeche „Zollverein“. Wo bis 1993 Kohle zu Koks verwandelt wurde, zeigen heute die Leute aus dem Ruhrpott mit dem „Märchen von der Kohle“ die Wechselwirkung zwischen Leben und Energie.
Beeindruckt waren die Teilnehmer aber auch von dem Verbund der Nahverkehrssysteme. Großzügige Passagen unter den Bahnhöfen (die Pferseer Unterführung läßt grüßen!), häufig konzipiert als Umsteigeknoten für Bahnen und Bus, wurden ebenso aufmerksam registriert, wie die eigenen Trassen des Nahverkehrs, auf denen Tram und Bus in dichter Wagenfolge ungestört vom Individualverkehr eine kurze Reisezeit ermöglichen.
Gelernt haben die Pferseer, dass es sich lohnt mit dem industriellen Erbe sorgsam umzugehen. Es ist Orientierung für die Bevölkerung und damit ein Stück Identifikation. Die Denkmäler abzureißen hieße, die Region zu berauben. Übertragen auf Augsburg sollten sich die Fuggerstädter nicht nur der Bedeutung ihrer mittelalterlichen Bauwerke bewußt sein, sondern zumindest künftig genauso sorgsam mit den Gebäuden umgehen, die für Augsburgs Bedeutung als Textil- und Industriestadt stehen.
Anläßlich der Nacht an die wir uns lange erinnern werden, weil sie nur ca. 2 1/2 Minuten dauert und kurz nach Mittag stattfindet, lädt die BÜRGERAKTION PFERSEE zu einem Picknick im Schlössle- Park. In familiärer Atmosphäre bietet der Park vor der historischen Kulisse des Pferseer Schlössle einen idealen Beobachtungsplatz.
Sitzgelegenheit, Brotzeit und Sonnenschutzbrillen bitten wir mitzubringen!
Die BÜRGERAKTION gibt Tips zur Beobachtung des Naturschauspiels und sorgt für Getränke. Mit einem Quiz wird die Wartezeit verkürzt, für Kinder gibt es einen öffentlichen Spielplatz.
Die Verdunklung, die zunächst fast unmerklich um 11.15 beginnt, erreicht zwischen 12 und 13 Uhr ihren Höhepunkt...
Wie stark die schon
1993
beschlossene Verkehrsberuhigung von den Bürgern in Pfersee-Nord
erwartet
wird, wurde auf einer gut besuchten Informationsveranstaltung im
Bürgerhaus
Pfersee deutlich. Fast alle Vorschläge, die Stadtbaurat Dr. Karl
Demharter
und der Leiter des Tiefbauamtes, Otto Liepert vorstellten,
stießen
auf breite Zustimmung. Diskussionen gab es vor allem, weil die
zahlreichen
Maßnahmen nur in kleinen Schritten umgesetzt werden und es vielen
Anwohnern zu langsam geht.
Für die erste Phase
sind vorgesehen:
Die Posse um die Baustelle am Bahnhof, die als "Postruine" bereits traurige Berühmtheit erlangte, geht unverändert in die Verlängerung.
Es war ohnehin schon
nicht
möglich, fristgerecht zum Schulbeginn die gesperrte
Viktoriastraße
wieder frei zu geben. Während der Kraftfahrzeugverkehr die
Baustelle
wieder einigermaßen ungehindert passieren kann, werden
Fußgänger
und Radfahrer weiter schikaniert. Nach wie vor werden
stadteinwärts
die Radfahrer auf den schmalen Fußweg, der zusätzlich noch
mit
abgelegten Absperrbaken verengt ist, entlang der Nordseite der Pferseer
Unterführung verwiesen, während die asphaltierte Fahrbahn als
Lagerplatz für die
Baustlelle reserviert bleibt.
Bislang wurde nicht einmal die vorherige Verkehrsregelung mit Fußgänger-/Radlerstützpunkt auf der Dreiecksinsel an der Fröhlichstraße wiederhergestellt. Im Gegenteil, diese Insel wird als Lager für Kanalrohre und für das an dieser Stelle so "wichtige" Bauschild einer ortsansässigen Firma zweckentfremdet.
Unsere bisherigen telefonischen und schriftlichen Hinweise an die Straßenverkehrsbehörde bleiben konsequenterweise samt und sonders ohne Beachtung.
In der letzten Sitzung des Umweltausschusses hat die CSU wieder einmal gezeigt wie wenig ernst sie die Versprechungen nimmt, die sie den Bürgern gibt.
Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens für das Gelände der Spinnerei und Weberei Pfersee (SWP) war Ursprünglich ich ein Jugendspielplatz für das Gelände vorgesehen. Dieser wurde per Stadtratsbeschluß aus den Plänen herausgeworfen. Als Ausgleich sollte (mit Mitteln des Bauträgers, die Stadt legt keinen Pfennig dazu!) ein Jugendspielplatz auf der Perzheimwiese gebaut werden - so sieht es zumindest ein entsprechender Stadtratsbeschluß vor. Die Finanzierung steht (der Bauträger hat 100 000 Mark als Spende fest zugesagt), die Verwaltung hat mit dem wenigen Geld eine qualifizierte Planung vorgelegt, die mit Vertretern der Jugend abgestimmt ist - und nun blockiert die gleiche CSU, die den Jugendspielplatz nicht auf dem Baugelände haben wollte, diesen "Ausgleichsspielplatz" auf der Perzheimwiese, mit dem Argument, ursprünglich sei doch ein Bolzplatz auf dem Baugelände vorgesehen gewesen. Verquerer geht es doch wohl nicht mehr! Von einem Bolzplatz war im übrigen nie die Rede, es ging immer um einen Jugendspielplatz, der den Bedürfnissen der heutigen Jugendlichen angepaßt ist. Das bedeutet auch: weniger Platzbedarf!
Ist dies das von Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher in Wahlkampfzeiten so gern zitierte "Miteinander der Generationen"? Dann kann den Jugendlichen bei uns nur noch angst und bange werden!
Wir fordern die Politiker auf, endlich ihren eigenen Stadtratsbeschluß ernstzunehmen, und die Jugendlichen in Pfersee nicht länger zu vertrösten. Die Blockierung des JugendspieIplatzes hat schon genug Schaden angerichtet. Der Zeitplan ist völlig durcheinandergeraten, ob der Jugendspielplatz in diesem Jahr noch fertiggestellt werden kann, ist ungewiß.
Mit Enttäuschung
und
neuen Aktivitäten reagiert die Bürgeraktion Pfersee auf die
Entscheidung
des Bauausschußes die längst fällige Verkehrsberuhigung
des Stadtteilzentrums Augsburger Straße auf den Sankt
Nimmerleins
Tag zu verschieben.
Wegen der
großen Bedeutung
für den gesamten Stadtteil wird die Bürgeraktion das
Thema
weiter im Blick behalten. Am Samstag den 23. 5. 98 findet eine
Führung
an der Augsburger Straße statt .Unter dem Motto „Von
Raubrittern,
Spinnern und Stadträten“ geht es auf den noch vorhandenen Spuren
des
mittelalterlichen Dorfes über den ehemaligen Industriestandort bis
in die Neuzeit. Zu der Veranstaltung (Dauer ca. 2 Stunden mit
Abschluß
im Biergarten an der Augsburger Straße) sind auch die Mitglieder
des Bauausschußes und die Bauverwaltung herzlich eingeladen!
Die Bürgeraktion
Pfersee
fordert den Stadtrat auf, endlich seinen Willen zur Verkehrsberuhigung
zu zeigen und als ersten Schritt das zu tun, was jetzt schon ohne
Kosten
möglich ist: Tempo 30 und Verlagerung des Durchgangsverkehrs. Die
Verwaltung muß endlich ein Gesamtkonzept vorlegen, das von
finanziell
machbaren Lösungen ausgeht und die weiteren Schritte aufzeigt.
Der Bauausschuß
hat
in seiner letzten Sitzung nur beschlossen, was unbedingt nötig
ist,
damit die Bebauung des „Mühlbachviertels“ weitergehen kann. Er
erfüllt
damit - wieder einmal - lediglich die Bauträgerinteressen. Die
Probleme
des Stadtteiles und der Augsburger Straße bleiben auf der Strecke.
Wenn jetzt nichts
geschieht
werden die Probleme aber gerade durch die extrem dichte Bebauung des
„Mühlbachviertels“
weiter zunehmen. Es ist grotesk, wenn nun sogar Vorschläge
vorgelegt
wurden, nach denen die Anlieger zur Kasse gebeten werden sollen. Zur
Erinnerung:
die Beruhigung der Augsburger Straße wurde auch als
Ausgleichsmaßnahme
für den Verkehrszuwachs durch die dichte Neubebauung beschlossen.
Die bisherige Haltung
des
Stadtrates hat eine verfahrene Situation verursacht: Die Bürger
haben
darauf vertraut, daß Lösungen vorgelegt werden, während
die Verwaltung sich darin bestätigt sieht, den
Stadtratsbeschluß
nicht ernst zu nehmen.
Der Stadtrat ist dabei, seine Glaubwürdigkeit zu beschädigen. Angesichts solcher Entscheidungen braucht sich niemand über zunehmende Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit zu wundern. Auch in anderen Stadtteilen wird das Versprechen auf Verkehrsberuhigung dann gegeben, wenn man neue Straßenprojekte durchsetzen will.
Wenn in Pfersee, wo durch ein geschlossenes Netz von Umgehungsstraßen und einen einstimmigen Stadtratsbeschluß die Voraussetzung für Beruhigung ideal sind, nichts geschieht, erweisen sich die Versprechen als billige Stimmenfängerei.
Voll bestätigt haben sich die Befürchtungen der BÜRGERAKTION PFERSEE, daß die Bauverwaltung einen wichtigen Stadtratsbeschluß unterlaufen will.
Zur Vorgeschichte: Im Januar 1996 hat der Stadtrat für den Stadtteil Pfersee ein verkehrsberuhigtes Stadtteilzentrum an der Augsburger Straße beschlossen. Dafür ist der Durchgangsverkehr auf die Tangenten zu leiten, die Radler erhalten einen sicheren Weg, die Aufenthaltsmöglichkeiten werden durch Begrünung verbessert. Parkbuchten, Verringerung der Geschwindigkeit und Querungshilfen machen die Geschäftsstraße attraktiver. Der Stadtrat entsprach damit dem erfolgreichen Pferseer Bürgerbegehren.
Mit den Varianten, die am 27.04.98 den Bürgern vorgestellt wurden, sind diese Ziele nicht zu erreichen.
Ein Modell erfordert den Totalumbau und ist in Augsburg nicht zu finanzieren, ein zweites Modell bringt einen Radweg, geht aber zu Lasten der Berünung. Das Modell, das von der Verwaltung vorgeschlagen wird, ergibt sogar Verschlechterungen. Durch eine Verbreiterung der Augsburger Straße kann man sie noch schlechter überqueren. Begrünung ist zwar in die Pläne eingezeichnet, es wurde aber gleich hinzugesagt, daß sie nicht kommen wird. Für die Sicherheit der Radler und Fußgänger wird nichts getan. Dies widerspricht vollkommen den Vorgaben des Stadtrates.
Es verwundert nicht mehr, daß die Bauverwaltung zwei Jahre behauptet, es gäbe gar keinen Beschluß zur Verkehrsberuhigung. Die Bürger mußten den Beschluß ins Amt bringen.
Die Notwendigkeit zur Beruhigung hat sich in dieser Zeit noch gesteigert. Die Beschlüsse sind auch ein Ausgleich für die extrem dichte Bebauung der ehemaligen Spinnerei, Weberei Pfersee ("Mühlbach-Viertel").
Kommt sie jetzt nicht, so werden sich durch den zusätzlichen Verkehr die Verhältnisse weiter verschlechtern. Das Herz von Pfersee verkommt endgültig zur Durchgangsstraße.
Die BÜRGERAKTION ist allerdings überzeugt, daß der Stadtrat zu seinen einstimmigen Beschlüssen steht und der Verwaltung klarmacht, daß sie endlich ihre längst überfälligen Hausaufgaben erledigen muß. Alles andere würde die Glaubwürdigkeit des Stadtrates aufs Schwerste beschädigen und den mühsam gefundenen Ausgleich zerstören.
Die Glaubwürdigkeit von Stadtratsbeschlüssen steht auf dem Spiel bei der jetzt im Verkehrsbeirat vorgelegten Planung zur Umgestaltung der Augsburger Straße.
Der Stadtrat hat im
Januar
1996 beschlossen:
Die Augsburger
Straße
soll
Der Jahresbericht gibt nicht nur die Aktivitäten des Vorstandes im abgelaufenen Jahr wieder, sondern er schreibt gleichzeitig die Entwicklung des Stadtteils aus der Sicht der Bürger fort. Aufmerksam werden die Entwicklungen auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei und Weberei Pfersee, auf dem Areal der Kasernen oder im Bereich Dierig begleitet. Hier plädieren die Pferseer nach dem Motto „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach des Glaspalastes" dafür, die im Stadtteil vorhandenen guten Möglichkeiten für ein Industriemuseum zu nutzen.
Einen breiten Raum nehmen die kritischen und konstruktiven Gedanken zur Augsburger Verkehrspolitik ein, wobei Pferseer Belange im Mittelpunkt stehen. Ausführlich wird auch die Situation der Jugendlichen im Stadtteil beleuchtet. Neben der engagierten Arbeit des Jugendhauses Pfersee wird das zähe Ringen um einen Jugendspielplatz im Stadtteil angesprochen. Daß aber auch sonst in Pfersee allerhand los ist, zeigen die Beiträge zur Kulturwiese, zum Stadtteilfest oder zum Büchercafe im Bürgerhaus Pfersee. Die BÜRGERAKTION gedenkt schließlich des im vergangenen Jahr verstorbenen Autors und Kabarettisten Rüdiger Schablinski, der in einigen Veranstaltungen der Pferseer mit seinem Beitrag einen besonderen Akzent gesetzt hat.
Für das kommende Jahr haben die Mitglieder bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung alle bisherigen Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt. Neben Dietmar Egger als 1. Vorsitzenden führen den Verein Brigitte Hopp-Köhler und Bernhard Kammerer. Wolfgang Konrad ist weiterhin Kassier, ebenso die Schriftführer Dr. Peter Seyboth und Ulrich Truckenmüller. Als Revisoren fungieren Helga Rasehorn und Walter Schneider, als Beiräte Karl Böller, Brigitte Kastner, Gregor Lang, Angelika Simak und Roswitha Staudinger. Zum Vertreter der BÜRGERAKTION im Beirat des Bürgerhauses Pfersee wurden Petra Kammerer und Klaus Konrad benannt.
Im Bereich zwischen Graf-Bothmer-Straße und Mittlerem Weg in direkter Nachbarschaft zur Sheridan-Kaserne wird derzeit der Bebauungsplan Nr. 282 aufgestellt, um einer ansässigen Baufirma die Überbauung ihres bisherigen Betriebsgeländes mit Wohnungsbau zu ermöglichen.
Am Beispiel dieses
Bebauungsplanes
wird zum wiederholten Mal deutlich, wie unkoordiniert in Augsburg
Stadtplanung
betrieben wird:
Das Riesenareal der
Sheridan-Kaserne
wird 1998 nach Abzug der US-Army frei und zur weiteren Verwendung an
den
Bund zurückgegeben. Die Stadt Augsburg hat zwar im Vorfeld
signalisiert,
daß sie für einen Erwerb der Kasernenflächen keine
Mittel
haben wird. Dabei wurde jedoch verschwiegen, daß die Kommune in
jedem
Fall die Planungshoheit über dieses Areal erhält und somit
auch
ohne jedweden Grunderwerb eine geordnete Stadtentwicklung sicherstellen
könnte.
Bis dato ist eine Rahmenplanung nicht in Sicht. Sie wäre auch für Stellen, die sich mit der Verwertung des Kasernengeländes befassen müssen, wie das Bundesvermögensamt, dringend notwendig. Für uns entsteht der Eindruck, daß in direkter Nachbarschaft jetzt Baurecht geschaffen wird, ohne die Wechselwirkung mit den Kasernenflächen zu berücksichtigen.
Wir befürchten, daß wie auch im Textilviertel Stadtplanung letztendlich nur mehr auf Restflächen nach Fleckerl-Teppich-Manier stattfindet, wenn nicht umgehend ein Planungskonzept erstellt wird.
Für die BÜRGERAKTION PFERSEE ist nicht nachvollziehbar, warum die Entwicklung des Stadtteils offenbar als vernachlässigbar eingestuft wird und die Planungen für die Flak-und Reese-Kaserne nicht logischerweise auch bei der Sheridan-Kaserne ihre Fortsetzung finden.
Neben diesen
grundsätzlichen
Bedenken möchten wir auf folgendes aufmerksam machen:
Am Samstag, 20.September, laden Jugendhaus, Bürgerhaus und Bürgeraktion das 11. Mal zum "Pferseer Stadtteilfest - rund um das Schlößle" ein. Das Fest beginnt um 12 Uhr auf der Wiese hinter dem Jugendzenturm und endet mit Einbruch der Dunkelheit.
Viele Attraktionen haben sich die Veranstalter einfallen lassen: Fahrten im Pferdewagen oder im Hundeschlitten des "Sibirian Huskies Action Clubs", Vorführungen der "TVA-Tanzkids", der "Lechhauser Trachtengruppe" und des "Rock'n Roll-Clubs", Gaukeleien mit "Di Diabolo", Percussion, Feuerspucken und Jonglieren, dazu Kasperltheater mit "PerlikoPerlaco" und Aufführungen des "FaksTheaters". Hüpfburg und Spiele erwarten die kleinen Besucher auf der großen Festwiese, wo die "Freiwillige Feuerwehr Pfersee" mit Fahrzeugen und Vorführungen ihre Leistungsfähigkeit demonstrieren wird.
Auch dieses Jahr können auf dem Markt der Hobbykünstler schöne Dinge erworben werden. Dieser Markt findet auch bei schlechter Witterung in den Räumen des Bürger- und Jugendhauses statt.
Die Gäste, die sich mit Kaffee und Kuchen, Würstel und Bier stärken können, werden am Nachmittag abwechselnd von der Band "Ten to Eleven" und der Gruppe "Watawinowas" unterhalten.
Für das traditionelle Stadtteilspiel haben sich die Veranstalter heuer von der Begeisterung um das "Gelbe Trikot" anstecken lassen. Deshalb geht es diesesmal mit den Pferseer Mannschaften um das "Gelbe Trikot von Pfersee".
Den bevorstehenden Bürgerentscheid nimmt die BÜRGERAKTION PFERSEE zum Anlaß, in einer Podiumsdiskussion das Für und Wider zur geplanten Scheifenstraße zu hinterfragen. Eingeladen sind die Stadtratsfraktionen sowie das "Aktionsbündnis für den Erhalt des Siebentischparks und des Textilviertels".
Die Versanstaltung findet am Donnerstag, 5. Juni 1997 um 20 Uhr im Bürgerhaus Pfersee statt.
Mit einem temperamentvollen Kabarettabend begeht die Bürgeraktion Pfersee ihren 15. Gründungstag: Martina Ottmann aus München wird während ihres Soloprogramms “Gesucht: Testperson weiblich” die gesamte Bandbreite weiblicher Emotionen vom frustrierten Heimchen über die rachsüchtige Heavy-Metall-Braut bis zur Silikon-Illusion präsentieren. Die Trägerin des “Passauer Scharfrichterbeils” spielt, singt und parodiert ungemein wandlungsfähig den ganz normalen Wahnsinn eines ganz normalen Frauenlebens.
Diese Veranstaltung, die zugleich den Auftakt zur Pferseer Kulturwiese am 10. und 11. Mai bildet, widmet die Bürgeraktion dem Stadtteil. Sie feiert damit die Erfolge ihrer langjährigen Arbeit und erinnert zugleich daran, daß die Stärkung des Pferseer Kulturlebens mit zu ihren anliegen zählt.
Bemerkenswert ist, daß das Interesse der engagierten Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung ihres näheren Umfeldes über die Jahre ungebrochen anhält und die Bürgeraktion selbst sich mittlerweile zu einer der mitgliederstäksten Organisationen in Pfersee entwickelt hat.
Der Vorstand lädt die Pferseer Bevölkerung herzlich zu dem Kabarett ein, das am Freitag, 9.Mai um 20 Uhr im Bürgerhaus Pfersee, Stadtberger Straße 17 stattfindet. Telefonische Kartenvorbestellung unter der Nummer 52 61 99.
Die Veränderungen im Stadtteil Pfersee durch die geplante Bebauung des ehemaligen Fabrikgeländes der "Spinnerei und Weberei Pfersee", sowie die Umgestaltung der Augsburger Straße in diesem Bereich sind Themen des Pferseer Bürgerstammtisches am Dienstag, 29. April um 20 Uhr im Bürgerhaus Pfersee. Vom Stadtplanungsamt werden Gernot Illner und Norbert Diener mit den Bürgern diskutieren. Die Planungen des Bauträgers vertreten Hermann Weinhauser und Norbert Hoffmann von der "Pfersee Wohn- und Gewerbebau GmbH" PWG.
Die turnusmäßigen Wahlen bei der Hauptversammlung bestätigen die amtierenden Vorstandsmitglieder der Bürgeraktion Pfersee "Schlößle" e.V. in ihrem Amt. Dietmar Egger führt weiterhin den Verein als 1. Vorsitzender, Brigitte Hopp-Köhler und Bernhard Kammerer fungieren als gleichberechtigte Stellvertreter. Die Kassenführung obliegt Wolfgang Konrad, das Amt des Schriftführers teilen sich Dr. Peter Seyboth und Ulrich Truckenmüller. Neu im Beirat dem wie bisher Brigitte Kastner, Gregor Lang und Angelika Simak angehören, ist Roswitha Staudinger. Das Amt der Revisoren haben wieder Helga Rasehorn und Walter Schneider übernommen. Im Beirat des Bürgerhauses Pfersee ist die Bürgeraktion durch Petra Kammerer und Klaus Konrad vertreten.
Befriedigt über ein erfolgreiches Jahr stellt Dietmar Egger den Jahresbericht der Bürgeraktion vor, der wieder in Form einer kleinen Broschüre sowohl über die Anliegen der engagierten Bürger wie auch aktuelle Ereignisse aus dem Stadtteil berichtet.
Kontinuität wird auch die kommenden Aktivitäten der Pferseer Bürger prägen: Die Bebauung des Geländes der Spinnerei und Weberei Pfersee einschließlich der Gestaltung der Augsburger Straße als Stadtteilzentrum, die Planungen zum Bahnhofstunnel, die Gestaltung der Grünanlagen entlang des Mühlbaches und Verbesserungen beim öffentlichen Nahverkehr.
Um auszuloten, inwieweit ein Augsburger Textilmuseum in den Werkhallen der Fa. Dierig untergebracht werden kann, wurden vom Vorstand der Bürgeraktion bereits Gespräche mit dem Verein zur Förderung eines Industriemuseums in Augsburg, mit dem Vorstand der Dierig AG und mit dem Kulturreferenten Ekkehard Gesler geführt. Neben einer optimalen Verkehrsanbindung zeichnet den Standort Pfersee aus, daß eine derartige Einrichtung in den Hallen eines Textilbetriebes und somit in der originalen Umgebung untergebracht werden könnte.
Dieses Jahr wird die
Bürgeraktion
ihr fünfzahhähriges Bestehen feiern. Dazu lädt sie am 9.
Mai als Auftakt der traditionellen "Pferseer Kulturwiese" zum Kabarett
"Gesucht: Testperson weiblich" von und mit Martina Ottmann in
Bürgerhaus
Pfersee.