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Augsburg
lernt vom Ruhrgebiet
BÜRGERAKTION PFERSEE bei den Ikonen der Stahlkocher |
Was
Augsburg noch vor sich hat, hat das Ruhrgebiet gerade hinter sich: Riesige
Areale müssen einer neuen Nutzung zugeführt werden. Weil der
Augsburger Stadtteil Pfersee durch Dierig-Gelände und Sheridan-Kaserne
besonders betroffen ist, hat die Bürgeraktion Pfersee sich umgesehen,
wie im Ruhrgebiet dieses Problem angegangen wird.
Angelockt durch die
Ausführungen von Prof. Karl Ganser, Geschäftsführer der
„Internationalen Bauausstellung Emscher Park (
IBA)“
unternahmen Mitglieder und Freunde der Bürgeraktion - darunter vom
Augsburger Stadtrat Eva Leipprand und Christine Kamm - eine Tour quer durch
den Ruhrpott. Besichtigt wurde die soziale, ökonomische und kulturelle
Erneuerung dieser Region. Ein Rundgang durch den aus der Hochofenanlage
„Meidrich“ entstandenen „Landschaftspark Duisburg-Nord“, ein Besuch des
Einkaufszentrum „CentrO“ in Oberhausen, ein Gang durch den Wissenschaftspark
Rheinelbe in Gelsenkirchen, ein Blick auf die Siedlung „Küppersbusch“
oder auch eine Tour über die Halden der ehemaligen Zeche „Nordstern“
standen u.a. auf dem Programm. Immer wieder waren die Pferseer beeindruckt,
mit welcher Selbstverständlichkeit Baukörper, welche die industrielle
Geschichte dieses Landstriches
repräsentieren, heute genutzt und integriert werden. Höhepunkt
der von Wolfgang Konrad konzipierten Ruhrtour war der Besuch des Gasometers
in Oberhausen. Faszinierend die Sicht von diesem jetzt als Ausstellungshalle
genutzten Industriegiganten, genauso phantastisch aber auch die Fahrt mit
dem gläsernen Fahrstuhl im Innern dieses Kolosses mit Blick auf
„The
Wall von Christo + Jeanne Claude“.
Den grandiosen Abschluss bildete aber schließlich die Ausstellung „Sonne. Mond und Sterne“ in den Gebäuden der Kokerei „Zollverein“. Wo bis 1993 Kohle zu Koks verwandelt wurde, zeigen heute die Leute aus dem Ruhrpott mit dem „Märchen von der Kohle“ die Wechselwirkung zwischen Leben und Energie.
Beeindruckt
waren die Teilnehmer aber auch von dem Verbund der Nahverkehrssysteme.
Großzügige Passagen unter den Bahnhöfen (die Pferseer Unterführung
läßt grüßen!), häufig konzipiert als Umsteigeknoten
für Bahnen und Bus, wurden ebenso aufmerksam registriert, wie die
eigenen Trassen des Nahverkehrs, auf denen Tram und Bus in dichter Wagenfolge
ungestört vom Individualverkehr eine kurze Reisezeit ermöglichen.
Gelernt haben die Pferseer, dass es sich lohnt mit dem industriellen Erbe sorgsam umzugehen. Es ist Orientierung für die Bevölkerung und damit ein Stück Identifikation. Die Denkmäler abzureißen hieße, die Region zu berauben. Übertragen auf Augsburg sollten sich die Fuggerstädter nicht nur der Bedeutung ihrer mittelalterlichen Bauwerke bewußt sein, sondern zumindest künftig genauso sorgsam mit den Gebäuden umgehen, die für Augsburgs Bedeutung als Textil- und Industriestadt stehen.
Obere
Reihe von links: Bernd Kammerer, Edith Arnold Egger,
Eva Leipprand,Elisabeth Hämmerle, Doris Seyboth
untere Reihe von links: Dr. Peter Seyboth, Christl Kamm, Dietmar Egger, Georgine Truckenmüller, Klaus Konrad, Petra Kammerer, Wolfgang Konrad, Gitta Hopp-Köhler, Dr. Rosmarie Schacht-Dettmanm |
![]() The Wall, Christo
+ Jeanne Claude im Gasometer Oberhausen.
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