| Der durchschnittliche Leibesumfang
hat seit der Währungsreform um siebzig Millimeter zugenommen. Der
Zustand starken Übergewichts gilt als erreicht, wenn der Quotient
Gewicht durch das Quadrat der Größe den Wert 30 übersteigt.
Bei 15 Prozent der Bevölkerung ist dies der Fall (1992). In der warmen
Jahreszeit ist Fettleibigkeit hauptsächlich eine ästhetische
Frage, im Winter wird sie zu einem räumlichen Problem. Mit ihren Steppmänteln
und wattierten Anoraks kommen dicke Menschen auf Rolltreppen und in den
Gängen der Supermärkte kaum nochaneinander vorbei. Am dicksten
sind die Schwaben und da wieder die Augsburger, die so gut wie diätresistent
sind. In Augsburg-Pfersee kommt es zur Ausbildung der Hottentottenschürze.
Über die Verursachung läßt sich wenig sagen, da eine normalgewichtige
Kontrollgruppe nicht aufzutreiben war.
Aus: Richard W.B. McCormack:
"Unter Deutschen". Goldmann-Verlag.

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